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Arbeitsbereich

Altern und Langlebigkeit

Ausführliche Beschreibung

© suze, krockenmitte photocase.com

Der Arbeitsbereich Altern und Langlebigkeit wird von James W. Vaupel und Jutta Gampe geleitet und untersucht das Altern menschlicher Populationen unter Berücksichtigung vieler Aspekte.

Der Anstieg der Lebenserwartung in den entwickelten Ländern in jüngster Zeit ist vor allem auf die rückläufige Sterblichkeit der über 80-Jährigen (der so genannten ,,Ältesten der Alten") zurückzuführen. Die Mortalitätsanalysen dieser Altersgruppe bilden einen Forschungsschwerpunkt des Arbeitsbereiches. Um hochkarätige Forschung an den Grenzen des Alterns zu betreiben, besteht enge Zusammenarbeit mit dem Arbeitsbereich Demografische Daten und namenhaften demografischen Forschungseinrichtungen wie dem Institut national d’études démographiques (INED) in Paris, und der University of California in Berkeley bei der Sammlung, Zusammenstellung, Qualitätsprüfung, Veröffentlichung und Analyse von Daten zu Hochaltrigen. Die Daten sind in zwei Datenbanken enthalten: der Kannisto-Thatcher Datenbank zur Sterblichkeit von Hochaltrigen (über 80-Jährige aus mehr als 30 Ländern) und der Internationalen Datenbank zur Langlebigkeit (ausschließlich geprüfte Fälle extremer Langlebigkeit, d.h. Menschen, die mindestens 110 Jahre alt wurden).

Die Forscher des Arbeitsbereiches werden bei der Analyse der obigen und anderer Daten von ihren Kollegen aus dem Arbeitsbereich Statistische Demografie unterstützt, wobei sie neue methodologischer Ansätze anwenden wie z.B. die Glättung von Mortalitätsraten über Alter und Kalenderzeit (Lexis-Flächen) und zur besseren Parameterschätzung von Grippepandemiemodellen.

Mehrere Forscher des Arbeitsbereiches entwickeln neue Methoden und Modelle der formalen Demografie. An diesen Kernfragen der klassischen Demografie arbeiten sie eng zusammen mit dem Arbeitsbereich Mathematische Demografie. Im Fokus der Forschung stehen Mortalitätsunterschiede zwischen einzelnen Gruppen, der alterspezifische Anstieg der Überlebenswahrscheinlichkeit und sein Einfluss auf die Entwicklung der Lebenserwartung.

In unterschiedlichen Projekten werden die komplexen Wechselbeziehungen zwischen den Bestimmungsfaktoren von Gesundheit und Mortalität untersucht. Die Berücksichtigung von Geschlecht, sozioökonomischer Gruppe, Lebensbedingungen, Stressbelastung und psychologischen Charaktereigenschaften soll tiefere Einblicke in die Unterschiede der Überlebenschancen liefern, die zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen beobachtet wurden. Die Zusammenarbeit mit dem Arbeitsbereich Historische Demografie hilft dabei, die Ursprünge und Tendenzen dieser Prozesse zu erklären.

Das Phänomen einer „neue Demografie“ - niedrige Fertilität und ein langes Leben in guter Gesundheit – stellt den Sozialstaat vor Herausforderungen. Der Arbeitsbereich betreibt am Schnittpunkt von Altern und Politik explizit solche Forschung, die sich an verschiedenen Aspekten des politischen Bedarfs orientiert: So entwickelt er neue Modelle, mit denen sich die Arbeitsumverteilung über den Lebensverlauf analysieren lässt, um den Einfluss einer alternden Gesellschaft auf das Arbeitskräftepotenzial und das soziale Sicherungssystem abzuschwächen. Des Weiteren werden neue Methoden zur Prognose der Lebenserwartung entwickelt, die zum Beispiel die Frage nach der Todesursache zum Ansatz haben.

 

 

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