Max Planck Forschungsgruppe
Lebensverlauf und Demografischer Wandel
Ausführliche Beschreibung

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Die Forschungsgruppe untersucht, wie sich Mikro- und Makrobedingungen (etwa Krankheiten oder sozio-ökonomische Bedingungen) in kritischen Entwicklungsphasen des Lebens auf Gesundheit, Sterblichkeit und Fertilität im späteren Leben auswirken - sowohl auf der Individual-, wie auf der Bevölkerungsebene. Diese verzögerten Einflüsse werden mit den Auswirkungen der aktuellen Rahmenbedingungen während des späteren Lebens verglichen.
Wichtigste Forschungsfragen:
(1) Wie stark wird die Sterblichkeit in verschiedenen Lebensaltern und –abschnitten beeinflusst von den Bedingungen im frühen Lebensalter, durch die Summe der Erlebnisse im bisherigen Leben und durch aktuelle Lebensbedingungen?
(2) Inwiefern ist das Geburtenverhalten des Einzelnen und von Bevölkerungen durch den Lebenslauf beeinflusst und inwiefern ist es auf aktuelle Bestimmungsfaktoren der Mikro- und Makroebene zurückführen?
(3) Inwieweit sind Veränderungen und Unterschiede im Geburtenverhalten mit dem Gesundheitszustand und der Sterblichkeit von Eltern und Kinder verbunden? Die Forschungsgruppe untersucht sowohl heutige als auch historische Bevölkerungen und nutzt dafür Registerdaten, Kirchenbücher, Umfragedaten und Makrodaten.
Die Forschung konzentriert sich auf drei Lebensabschnitte: das frühe Lebensalter (auch vor der Geburt), Familiengründung und (frühe) Elternzeit sowie das hohe Lebensalter (speziell das Rentenalter). Die Sterblichkeitsstudien der Forschungsgruppe werden Antworten auf die Fragen liefern, ob die rückläufige Sterblichkeit der Vergangenheit auf Perioden- oder auf Kohorteneffekte zurückzuführen ist, welche Lebensabschnitte die Sterblichkeit im späteren Alter am stärksten bestimmen und welche Faktoren für die Prognose von Sterblichkeit wichtig sind. Die Fertilitätsstudien der Gruppe ermöglichen ein tieferes Verständnis der Fertilitätsunterschiede in heutigen Bevölkerungen, der Bestimmungsfaktoren, die zu einem Anstieg der Fertilität führen könnten und darüber, wie Änderungen im Geburtenverhalten sich gesundheitlich auswirken.
Die Forschungsgruppe engagiert sich aktiv in internationalen Kooperationen und arbeitet mit Forschungsgruppen im MPIDR zusammen. So entwickelt sie gemeinsam mit dem Arbeitsbereich Ökonomische und Soziale Demografie Innovations-Diffusionsmodelle zur Vorhersage von demografischen Prozessen (siehe das Projekt ,,Innovations-Diffusionsmodelle in der Demografie").
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