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Rostock´s Eleven | 10.06.2014

Die Wiedervereinigung – ein großes Sozialexperiment

© photocase: Soundboy, Da_Judge / photocase.com

http://www.rostock365.de/Aus wissenschaftlicher Sicht ist der Bau der Mauer ein riesiges Experiment: Eine Bevölkerung wird räumlich getrennt und lebt vier Jahrzehnte unter ganz unterschiedlichen Bedingungen. Was man an so einer Bevölkerung untersuchen kann, erklärt MPIDR-Forscher Tobias Vogt anlässlich von Rostock´s Eleven am 12. Juni 2014.

Aus wissenschaftlicher Sicht ist der Bau der Mauer ein Geschenk. Sie ist so etwas wie ein riesiges Experiment mit einer Versuchsanordnung, wie sie besser nicht sein könnte: Eine Bevölkerung wird räumlich getrennt, lebt vier Jahrzehnte unter ganz unterschiedlichen Bedingungen und wird dann wieder zusammengeführt. Es gibt vieles, was man an so einer Bevölkerung untersuchen kann. Zum Beispiel, ob eine flächendeckende Kinderbetreuung dazu führt, dass sich Mütter eher wieder dazu entscheiden, erwerbstätig zu werden. Oder welchen Wissenstand junge Menschen erlangen, je nachdem ob sie das eine oder das andere Schulsystem durchlaufen. Oder zum Beispiel wie sich die Lebenserwartung in dem einen und dem anderen Staat entwickelt. Diesen letzten Aspekt hat sich der MPIDR-Wissenschaftler Tobias Vogt im Rahmen seiner Doktorarbeit angeschaut. Sein Ergebnis: Hätte die DDR fortbestanden, dann wäre die Lebenserwartung ihrer Bürger zwar gestiegen, aber in weit geringerem Maß als die Lebenserwartung der Menschen in der BRD. Hätte es die Wiedervereinigung nicht gegeben, so würden Frauen im Osten heute im Durchschnitt fast vier Jahre, Männer sogar fast sechs Jahre weniger leben. Unterschiedlich gute Gesundheitsversorgung, der Grad der Umweltverschmutzung und die Höhe der Renten seien mögliche Ursachen für diese Differenzen, so der Wissenschaftler Tobias Vogt. Welche dabei die wichtigsten Faktoren sind, das will er nun in weiteren Forschungsarbeiten untersuchen.

Über Rostock's Eleven

Rostock's Eleven ist ein gemeinsames Projekt aller Forschungseinrichtungen in Rostock. Im Rahmen des Projektes stellen sich elf junge Nachwuchswissenschaftler aus elf Rostocker Forschungseinrichtungen jungen Wissenschaftsjournalisten aus dem gesamten Bundesgebiet und präsentieren ihnen ihre Forschungsprojekte. Am Endes des Tages wird der beste Vortrag ausgezeichnet.

Mehr Informationen

Broschüre Rostock´s Eleven 2014 (PDF, 2 MB)

www.rostock365.de

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