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Rostocks Eleven | 06.06.2016

Ein Vollzeitjob tut beim Alleinerziehen gut

© zlikovec / Fotolia.de

Alleinerziehende erkranken deutlich öfter als Mütter, die einen Partner an ihrer Seite haben. Warum das so ist, hat die MPIDR-Wissenschaftlerin Mine Kühn untersucht. Und sie fand heraus, dass ausgerechnet ein Vollzeitjob sich positiv auf die Gesundheit der Frauen auswirkt. Warum das so ist, erklärt die Wissenschaftler anlässlich von Rostock's Eleven am 9. Juni.

Um die Gesundheit alleinerziehender Frauen ist es hierzulande schlecht bestellt: Sie erkranken deutlich öfter als Mütter, die einen Partner an ihrer Seite haben. Warum das so ist, hat die MPIDR-Wissenschaftlerin Mine Kühn untersucht. Anhand von Daten von Müttern aus Deutschland hat sie erstmals aufzeigen können, dass die Belastungen, denen alleinerziehende Mütter ausgesetzt sind, offensichtlich sehr hoch sind. So hoch, dass sie sich sogar negativ auf die Gesundheit der Frauen auswirken. Außerdem konnte sie belegen, dass tatsächlich die höhere Belastung, die das Alleinerziehenden-Dasein mit sich bringt, die Ursache für die schlechtere Verfassung alleinerziehender Mütter ist und nicht etwa Krankheiten vermehrt zu Trennungen führen. Was ihre Untersuchungen aber auch zeigen: Eine Berufstätigkeit wirkt sich positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden der Mütter aus. Insbesondere Frauen, die ihre Erwerbstätigkeit ausweiten und dabei nicht allein auf öffentliche Betreuungseinrichtungen angewiesen sind, profitieren gesundheitlich. Alleinerziehende Mütter, die in der Betreuung ihrer Kinder nicht auf Unterstützung durch die Familie bauen können oder sich zusätzliche privat bezahlte Betreuung nicht leisten können, geht es hingegen gesundheitlich schlechter. Diesen ungerechten Zustand müsse man aber so nicht hinnehmen, sagt Mine Kühn. Schließlich könne die Politik mit der Schaffung von Betreuungsmöglichkeiten dafür sorgen, dass auch Alleinerziehende den Spagat zwischen Beruf und Familie besser meistern können.

Über Rostock's Eleven

Rostock's Eleven ist ein gemeinsames Projekt aller Forschungseinrichtungen in Rostock. Im Rahmen des Projektes stellen sich elf junge Nachwuchswissenschaftler aus elf Rostocker Forschungseinrichtungen jungen Wissenschaftsjournalisten aus dem gesamten Bundesgebiet und präsentieren ihnen ihre Forschungsprojekte. Am Endes des Tages wird der beste Vortrag ausgezeichnet.

Mehr Informationen

Broschüre Rostock's Eleven 2016 (PDF, 2 MB)

www.rostock365.de

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