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News | 09.10.2016

MPIDR-Forscher Angelo Lorenti wird mit dem Valeria Solesin-Preis ausgezeichnet

Am 9. Oktober 2016 ist der MPIDR-Wissenschaftler Angelo Lorenti mit dem “Valeria Solesin”-Preis von der italienischen Gesellschaft für Statistik  (Società Italiana  di Statistica) ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert und wurde zum ersten Mal in Gedenken an die junge Demografin Valeria Solesin verliehen, die im November 2015 bei dem terroristischen Anschlag auf den Pariser Nachtklub Bataclan ums Leben kam. Der Preis wurde für die beste Doktorarbeit in Demografie verliehen.

In seiner Dissertation untersuchte Angelo Lorenti die Faktoren, die dazu beitragen könnten, ob sich Menschen für oder gegen eine Altersteilzeit entscheiden, für verschiedene europäische Länder. Ziel war es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, welche Merkmale mit einer Berufstätigkeit nach dem Renteneintrittsalter assoziiert sind. Sein Fokus lag hierbei auf der Untersuchung des Einflusses des sozio-ökonomischen Status. Das zweite Ziel seiner Arbeit war, zu untersuchen, inwieweit institutionelle Regelungen sich auf die Wahrscheinlichkeit, nach der Pensionierung einer Beschäftigung nachzugehen, auswirken und zu verstehen, in welchem Maße länderspezifische Faktoren die Berufstätigkeit nach dem Renteneintritt beeinflussen.

Er fand heraus, dass die gesetzlichen Regelungen in den einzelnen Ländern die Hauptfaktoren sind, mit dem sich Unterschiede in den Beschäftigungsmustern nach Renteneintritt erklären lassen. Er stellte fest, dass die Entscheidung, nach der Pensionierung weiter zu arbeiten, eng mit dem sozio-ökonomischen Status verbunden ist. Insbesondere gehen eher Menschen mit hohen Renten auch im Rentenalter noch arbeiten, vermutlich weil es ihnen die gesellschaftliche Position sichert, die sie bisher in ihrem Berufsleben hatten. Aber auch Menschen mit sehr niedrigen Renten arbeiten häufig im Rentenalter, aber aus anderen Gründen – es ist für sie finanziell notwendig.

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