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News | 21.09.2017

Tobias Vogt bekommt den "Best Paper Award" verliehen

Auf der diesjährigen Konferenz der Deutschen Gesellschaft für Demographie (dgd) wurde Tobias Vogt mit dem “Best paper award” ausgezeichnet.

Auf der diesjährigen Konferenz der Deutschen Gesellschaft für Demographie, die vom 19. bis 22. September an der Universität Rostock stattfindet, wurde dem ehemalige MPIDR-Forscher Tobias Vogt der “best paper award” für seinen Artikel The German East-West Mortality Difference: Two Cross-Overs Driven by Smoking verliehen, der in der Fachzeitschrift Demography erschienen ist.

In dem Artikel, den er gemeinsam mit MPIDR-Direktor Mikko Myrskylä und den MPIDR-Forschern Alyson van Raalte und Pavel Grigoriev veröffentlichte, berichteten die Forscher darüber, dass die Sterblichkeit der Frauen in Ostdeutschland die der westdeutschen Frauen in Zukunft übersteigen könnte. Weil der Tabakkonsum junger Frauen in den neuen Bundesländern seit der Wiedervereinigung deutlich steigt, könnten ihre Sterberaten die der Frauen im Westen bald überholen. Der tödliche Trend blieb bisher verborgen hinter der generell guten Entwicklung der Lebenserwartung im Osten. Die Zahl ostdeutscher Frauen, die an den Folgen des Rauchens sterben, könnte unerwartet und dramatisch in die Höhe schnellen, so das Ergebnis der Forscher.

“Der Artikel zeigt, dass unsere Freude über die Ost-West Angleichung der Mortalitätsraten möglicherweise verfrüht ist. Vielmehr müssen wir befürchten, dass auf Grund der Unterschiede im Rauchverhaltens, wir bald eine Übersterblichkeit von Frauen in Ostdeutschland erleben werden. Dies ist nicht nur ein wichtiger demografischer Befund, sondern auch sozialpolitisch höchst relevant. An diesem Artikel zeigt sich, dass demografische Forschung Antworten auf zentrale gesellschaftliche Themen liefern kann,” sagte Michaela Kreyenfeld, Professorin für Soziologie an der Hertie School of Governance, Berlin, in ihrer Laudatio.

Der Preis wurde von der Deutsche Gesellschaft für Demographie anlässlich ihrer Jahrestagung in Rostock verliehen. Bei der Preisvergabe werden Artikel aus referierten Fachzeitschriften berücksichtigt, die einen Bezug zu demografischen Fragestellungen haben und die in dem Jahr vor der Jahrestagung erschienen sind. Preisberechtigt sind Wissenschaftler, die ihre Promotion nach dem Jahr 2010 abgeschlossen haben. Der Preis ist mit 200 Euro dotiert.

Tobias Vogt war bis August 2017 Wissenschaftler im Arbeitsbereich Altern und Langlebigkeit. Seit dem 1. September hält er eine Professur an der Universität Groningen inne.

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