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Beitrag in einem Sammelband

Diversität von Familienformen in Ost- und Westdeutschland

Bastin, S., Kreyenfeld, M. R., Schnor. C.

[Diversity of family forms in Eastern and Western Germany]

In: Krüger, D., Herma, H., Schierbaum, A. (Hrsg.): Familie(n) heute: Entwicklungen, Kontroversen, Prognosen, 126-145 (2013)
Weinheim: Juventa.

Schlagworte: Germany, family dynamics

Abstract

In diesem Beitrag wird die Diversität der Lebensformen in Deutschland mit den Daten der ersten Welle des Beziehungs- und Familienpanels aus den Jahren 2008/09 dargestellt. Die Analysen wurden auf die Geburtskohorten 1971-1973 beschränkt. Diese Jahrgänge haben im wiedervereinten Deutschland das Erwachsenenalter erreicht und wesentliche familiale Übergänge, wie die Geburt des ersten Kindes, mittlerweile vollzogen. Der Schwerpunkt der Analysen liegt auf der Dynamik, die Lebensformen nach der Familiengründung erfahren. Es zeigen sich große Ost-West-Unterschiede in den Familienbildungsmustern. Ostdeutsche Befragte sind häufiger unverheiratet bei der Geburt ihres ersten Kindes und heiraten zudem seltener nach der Familiengründung als westdeutsche Befragte. Ostdeutsche Frauen trennen sich insbesondere im ersten Lebensjahr ihres Kindes häufiger als westdeutsche Mütter. Zudem ist mit mehr als zehn Prozent der Anteil an Frauen, die bereits bei der Geburt des ersten Kindes keinen Partner (mehr) haben, in Ostdeutschland auffällig hoch. Betrachtet man Trennungsrisiken nach der Lebensform zum Zeitpunkt der Geburt des ersten Kindes zeigt sich, dass nichteheliche Lebensgemeinschaften ein höheres Trennungsrisiko aufweisen als eheliche Lebensgemeinschaften. Im Ost-West-Vergleich sind ostdeutsche Ehen instabiler. Nichteheliche Lebensgemeinschaften weisen in Ostdeutschland hingegen eine niedrigere Trennungswahrscheinlichkeit auf als in Westdeutschland.

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