Home

MPIDR Working Paper

Erkundungen zum männlichen Kinderwunsch. Ergebnisse einer psychologischen Interviewstudie mit 30-jährigen ostdeutschen Männern zur Familiengründung.

von der Lippe, H., Fuhrer, U.

[Explorations of men´s desire for children. Results of a psychological interview study with 30-year-old men from East Germany on family formation.]

MPIDR Working Paper WP-2003-015, 32 Seiten (Mai 2003).
Rostock, Max-Planck-Institut für demografische Forschung

Schlagworte: Germany (Neue Bundesländer), family formation, interviews, men, social psychology

Abstract

Unsere Untersuchung gibt einen Beitrag zu einem relativ selten behandelten Thema, nämlich den Motiven und Möglichkeiten, die junge Männer haben und sehen, eine Vaterschaft zu rea-lisieren. Wir untersuchen mit einem qualitativen Verfahren, wie Männer ihre eigene Entschei-dungsfindung gestalten, welchen Spielraum sie dabei erleben, welches für sie die bestimmen-den Personen und Faktoren für diesen biographischen Übergang sind. In der Entwicklung der Fragestellung und der Auswertung der Interviews haben wir multidis-ziplinär gearbeitet und sowohl persönlichkeits- und sozialpsychologische, als auch demografi-sche und soziologische Konzepte herangezogen, um unser Vorgehen gegenstandsangemessen zu gestalten und die Ergebnisse in verschiedene disziplinäre Kontexte einordnen zu können. Die Interviewteilnehmer waren 30-jährige, überwiegend kinderlose Männer aus Ostdeutsch-land, die wir mit Hilfe einer an WITZELs Problemzentriertes Interview angelehnten Technik befragt haben. Unsere Probanden stammen aus einem großen medizinisch-psychologischen Längsschnitt, so dass ausgewählte quantitative Daten als Hintergrundinformation zur Verfü-gung standen. Von besonderem Interesse war dabei, dass für diese Männer die Frage nach ei-ner eigenen Vaterschaft in einer Zeit eines massiven Geburteneinbruchs in den Neuen Län-dern bedeutsam wurde. Unsere Ergebnisse zeigen eine große Variabilität und Varietät in den Erzählungen der Män-ner. Wir ziehen unterschiedliche sozialpsychologische Theorien heran (die Theorie der Sym-bolischen Selbstergänzung und die Theory of Planned Behavior), um zu verstehen, wie sich die männliche Motivations-, Intentions- und Entscheidungsbildung zu diesem wichtigen bio-graphischen Übergang in Zeiten massiven sozialen Wandels vollzieht.

Vernetzen