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MPIDR Working Paper

Nichteheliche Mutterschaft und soziale Ungleichheit: zur sozioökonomischen Differenzierung der Familienformen in Ost- und Westdeutschland

Konietzka, D., Kreyenfeld, M. R.

[Non-marital motherhood and social inequality: socio-economic differentiation of family forms in East and West Germany]

MPIDR Working Paper WP-2005-001, 44 Seiten (Februar 2005).
Rostock, Max-Planck-Institut für demografische Forschung

Also published in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 57:1, 32-61 (2005)

Schlagworte: Germany, marriage duration

Abstract

Nichteheliche Geburten haben in den 1990er Jahren in Westdeutschland, vor allem aber in Ostdeutschland stark an Bedeutung gewonnen. Der deutsche familialistische Wohlfahrtsstaat fördert jedoch steuerlich und sozialpolitisch vorrangig verheiratete Paare. Zugleich unterscheidet er zwischen Alleinerziehenden und nichtehelichen Lebensgemeinschaften. Vor diesem Hintergrund ist zu erwarten, dass verheiratete, kohabitierende und alleinerziehende Mütter sich in ihren sozialstrukturellen Hintergründen und hauptsächlichen Unterhaltsquellen (Einkommen des Partners, staatliche Transferzahlungen und eigenes Einkommen) unterscheiden. Analysen der Mikrozensen der Jahre 1991-2000 unterstützen diese These teilweise. Alleinerziehende Frauen haben häufiger einen geringen Bildungsabschluss und sind häufiger von sozialstaatlichen Transferzahlungen abhängig als Frauen in anderen Familienformen. In Westdeutschland leben gut ausgebildete Mütter vergleichsweise häufig in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft. Kohabitierende Mütter sind zudem häufiger Vollzeit erwerbstätig als andere Mütter. In Ostdeutschland bestehen nur geringe Unterschiede zwischen verheirateten und in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft lebenden Müttern im Hinblick auf den Bildungsabschluss und das Ausmaß der Erwerbsbeteiligung. Auch verheiratete Mütter sind selten vom Einkommen des Partners abhängig. Die ökonomische Unabhängigkeit verheirateter Mütter ist ein zentrales Merkmal des Wandels der Familie in Ostdeutschland und begründet deutliche Ost-West-Unterschiede in den ökonomischen Grundlagen von Familien.

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