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Journal Article

Gewonne Lebensjahre: langfristige Trends der Sterblichkeit nach Todesursachen in Deutschland und im internationalen Vergleich

Doblhammer, G., Kreft, D., Dethloff, A.

[Life years gained: long-term trends in mortality by causes of death in Germany and in an international perspective]

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz , 55:4, 448-458 (2012)

DOI:10.1007/s00103-012-1455-x

Abstract

Die Lebenserwartung in Deutschland steigt kontinuierlich an. Dieser Anstieg ist nicht nur auf eine zurückgehende Sterblichkeit bei vereinzelten Erkrankungen zurückzuführen (wie es im 19. Jahrhundert der Fall war, als sich das Risiko verringerte, an einer Infektionskrankheit zu sterben), sondern darauf, dass heute die Überlebenszeiten für eine ganze Reihe verschiedener Erkrankungen zunehmen. Es finden sich für viele Krankheiten, allen voran für Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE), ansteigende Inzidenz- und Prävalenzraten, jedoch ist dies vor allem ein Ergebnis der veränderten Altersstruktur und Lebensweise sowie der verbesserten Diagnostik und Inanspruchnahme von Früherkennungsprogrammen. Über die letzten Jahrzehnte hat sich die altersstandardisierte Sterberate und auch die Überlebenswahrscheinlichkeit bei nahezu allen Erkrankungen deutlich reduziert beziehungsweise verbessert. Davon ausgenommen sind jedoch der Lungenkrebs bei Frauen und mentale Erkrankungen bei beiden Geschlechtern, die zukünftig für die Gesundheitswissenschaften an Bedeutung gewinnen werden. Potenziale für einen weiteren Lebenserwartungsgewinn gibt es für Frauen bei den HKE und für Männer bei den HKE sowie auch bei verschiedenen Krebsarten und Erkrankungen des Atmungs- und Verdauungssystems. Obwohl eine rückläufige Sterblichkeit mit einer zunehmenden Multimorbidität und einem Anstieg der Zahl an Lebensjahren mit Beeinträchtigungen einhergeht, nimmt auch die Zahl an Lebensjahren zu, die in Gesundheit verbracht werden.

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