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Mathematische Demografie

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Ausführliche Beschreibung

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In den meisten Ländern nimmt die Sterblichkeit ab, und die Lebenserwartung steigt. Eine Konsequenz aus dieser Entwicklung ist, dass die Bevölkerung altert. Welche Faktoren dafür verantwortlich sind, dass sich die Sterblichkeit verändert, das will die Arbeitsgruppe „Mathematische Demografie“ herausfinden.

„In der Demografie gibt es bestimmte Gesetzmäßigkeiten: jeder Mensch wird jedes Jahr ein Jahr älter. Genau diese Naturkonstanten lassen uns Modelle aufstellen, die in anderen Sozialwissenschaften nicht möglich sind“, sagt Roland Rau, Leiter der Forschungsgruppe Mathematische Demografie. Genau diese Verbindung zwischen gesellschaftlich-soziologischen Fragestellungen und mathematischen Annäherungen findet Rau besonders spannend.

Innerhalb der Demografie interessiert sich Rau vor allem für die Sterblichkeit, die Mortalität. Er begründet das so: „Jeder möchte so lange wie möglich gesund leben. Meine Forschung soll einen Beitrag dazu leisten, das zu ermöglichen.“ Aus statistisch-methodischer Sicht erleichtere die Naturkonstante: jeder stirbt nur einmal, die Analyse enorm, ergänzt Rau.

Drei der aktuellen Fragestellungen der Arbeitsgruppe sind:

  1. Wie lässt sich die Lebenserwartung auf Kreisebene in Deutschland berechnen? Kleine Bevölkerungszahlen sind methodisch herausfordernd, da in manchen Landkreisen nur 30.000 Menschen wohnen. Wie man trotz so kleiner Stichproben zu realistischen Schätzungen kommt, untersucht die Arbeitsgruppe in diesem Projekt.
  2. Flacht die Sterblichkeit in den höchsten Altersstufen tatsächlich ab? Dieser Frage geht Rau mit seinem Team zusammen mit Kolleg*innen des Karolinska Institutet in Stockholm nach. Dafür nutzen sie schwedische Registerdaten, eine der zuverlässigsten Datenquellen für Mortalitätsberechnungen.
  3. Wie kann die Demografie die Methoden der künstlichen Intelligenz einsetzen? In der Demografie ist der Einsatz von Machine-Learning-Methoden noch nicht sehr verbreitet. Die Gruppe untersucht mit Hilfe von Daten aus dem National Health Interview Survey, ob die neu entwickelten Methoden bessere Prognosen zur verbleibenden Lebenszeit erlauben als klassische Ansätze.
Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock ist eines der international führenden Zentren für Bevölkerungswissenschaft. Es gehört zur Max-Planck-Gesellschaft, einer der weltweit renommiertesten Forschungsgemeinschaften.