Forschungsgruppe

Sterblichkeitsunterschiede

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Ausführliche Beschreibung

Eine Frau im Rollstuhl rund um Camden Street Market, London

© VictorHuang/iStockphoto.com

Warum leben manche Bevölkerungsgruppen länger als andere? Die Forschungsgruppe "Sterblichkeitsunterschiede" untersucht diese grundlegende Frage, mit der sich Demografen, Epidemiologen und Soziologen seit Jahrzehnten auseinandersetzen.

Zwar sind wir mittlerweile besser darin, viele der ursächlichen Determinanten für ein längeres Leben zu identifizieren, doch bleiben entscheidende Fragen unbeantwortet, insbesondere auf Bevölkerungsebene. Können wir die Faktoren, die zu Ungleichheiten in der Mortalität zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen führen, in eine Rangfolge bringen? Führen unterschiedliche sozioökonomische Bedingungen, Umweltbelastungen und Erfahrungen in der frühen Kindheit zu ähnlichen gesundheitlichen Ungleichheiten in sehr unterschiedlichen Kohorten und an verschiedenen Orten?

Bei der Beantwortung dieser Fragen haben wir aus einer Reihe von Gründen kaum Fortschritte erzielt. In der Regel untersuchen wir Faktoren isoliert voneinander. Häufiger untersuchen wir Ergebnisse auf individueller Ebene statt auf Bevölkerungsebene, weshalb unsere Methoden besser dafür geeignet sind, die Gesundheitsdeterminanten für Einzelpersonen zu ordnen als für Bevölkerungsgruppen. Wenn wir Bevölkerungsgruppen untersuchen, stützen wir uns zu sehr auf Annahmen synthetischer Kohorten. Schließlich beantworten wir in datenreichen Umgebungen, die sowohl zentrale als auch weniger wichtige Aspekte des Lebensverlaufs erfassen, Hunderte detaillierter Fragen von geringerer Bedeutung. Diese Überflutung mit weniger aussagekräftigen Informationen lässt uns die umfassenderen, bedeutenderen Muster aus den Augen verlieren.

Unsere Forschungsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, die Forschung zu Ungleichheiten in der Mortalität neu auszurichten und zu beleben. Wir konzentrieren uns auf zentrale, entscheidende Fragen dazu, wie sich unsere Bevölkerungen verändern. Wir versuchen zu erklären, warum die Überlebensdauer bei benachteiligten Bevölkerungsgruppen immer heterogener wird, bei privilegierten Bevölkerungsgruppen hingegen immer homogener. Wir greifen Theorien zur Konvergenz der Sterblichkeit wieder auf und verfeinern Instrumente zur Erfassung von Variation und Vorhersagbarkeit der Überlebensdauer. Wir setzen uns dafür ein, die wichtigsten Erkenntnisse auf Mikroebene zu den sozialen Determinanten von Gesundheit und Sterblichkeit im Lebensverlauf besser mit den Veränderungen der Bevölkerungszusammensetzung auf Makroebene zu verknüpfen.

Unsere Datensätze umfassen Längsschnittbefragungen, Daten aus Verwaltungsregistern und aggregierte, mit Volkszählungsdaten verknüpfte Bevölkerungsdaten. Wir arbeiten breit gefächert und global zusammen – und bekennen uns zu Open Science und reproduzierbarer Forschung.

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Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock ist eines der international führenden Zentren für Bevölkerungswissenschaft. Es gehört zur Max-Planck-Gesellschaft, einer der weltweit renommiertesten Forschungsgemeinschaften.