Forschungsgruppe

Reproduktive Alterung

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Ausführliche Beschreibung

Reifes Paar mit Freunden, die draußen am Strand sitzen und gemeinsam den Sonnenuntergang beobachten

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Mit dem weit verbreiteten Trend, Kinder in höherem Alter zu bekommen, gewinnt das reproduktive Altern – also der Rückgang der Fortpflanzungsfähigkeit des Einzelnen – entsprechend an Bedeutung. Aufgrund seiner überwiegend negativen Folgen für die Fertilität und die Gesundheit ist das reproduktive Altern ein zentraler Aspekt der Debatte um den Aufschub der Familiengründung und die Verlängerung der Lebenserwartung nach dem reproduktiven Alter. So untermauert beispielsweise die Verschlechterung der Eizellqualität während des reproduktiven Alterns den Rückgang der Fekundität (der biologischen Fortpflanzungsfähigkeit) und den Einfluss des elterlichen Alters auf negative gesundheitliche Folgen bei den Nachkommen.

Um jedoch das Ziel zu erreichen, das reproduktive Altern zu verzögern und seine negativen gesundheitlichen Auswirkungen einzudämmen, muss zunächst eine vorherrschende Annahme überwunden werden: Das reproduktive Altern verläuft bei allen Menschen in ähnlichem Tempo und ist auf Frauen beschränkt. Diese Annahme, die auf einem Modell endlicher und nicht erneuerbarer Eizellen bei weiblichen Säugetieren beruht und nun durch neue Erkenntnisse aus der Biomedizin in Frage gestellt wird, steht im Widerspruch zur großen Heterogenität im Tempo des reproduktiven Alterns, die über genetische Unterschiede hinausgeht. Darüber hinaus verschleiert diese Annahme die eindeutige Existenz und Bedeutung der männlichen reproduktiven Alterung im Kontext der menschlichen Evolution und in den heutigen Gesellschaften. Folglich müssen wir noch viel darüber lernen, wie sich die reproduktive Alterung in verschiedenen soziodemografischen Kontexten vollzieht.

Um neue Erkenntnisse zu liefern, die zur Verfeinerung dieser Annahme notwendig sind, wird die Forschungsgruppe „Reproduktive Alterung“ bisher in der Demografie zu wenig untersuchte Fragen verfolgen.

  1. Wie entsteht die Heterogenität der menschlichen reproduktiven Alterung im Laufe des Lebens?
  2. Welche Folgen hat die reproduktive Alterung über die unmittelbaren Auswirkungen auf die individuelle Gesundheit und Fertilität hinaus?
  3. Wie prägt die reproduktive Alterung des Mannes die Fertilität und die Entwicklung der Kinder sowohl kurz- als auch langfristig?

Wir werden Theorien, Daten und Methoden aus den Biowissenschaften und den Sozialwissenschaften nutzen, in denen in jüngster Zeit spannende Fortschritte in der Reproduktions-, Alterungs- und Gesundheitsforschung erzielt wurden, die jedoch bislang weitgehend unzusammenhängend sind. Wir werden auf theoretische Rahmenwerke zurückgreifen, die für die Verknüpfung von Gesundheit, Lebensverlaufsereignissen und Fortpflanzung nützlich sind, wie beispielsweise die sozialen Determinanten der Gesundheit, die entwicklungsbedingten Ursprünge von Gesundheit und Krankheit, die Lebensverlaufstheorie und die Lebensgeschichtstheorie.

Der interdisziplinäre Ansatz wird durch einen vergleichenden Ansatz ergänzt, der auf Daten verschiedener Populationen und Spezies zurückgreift. Wir werden Daten aus Längsschnittstudien nutzen, bei denen wiederholte Beobachtungen des Gesundheitszustands und von Lebensereignissen mit den Markern der reproduktiven Alterung verknüpft werden können. Wir werden neue Methoden entwickeln, um reproduktives Altern in Verschreibungs- und Diagnosedaten zu identifizieren, die dann mit anderen umfangreichen Informationen aus Registerdaten verknüpft werden können. Besondere Anstrengungen werden unternommen, um Daten aus dem Globalen Süden zu nutzen, wo reproduktives Altern bislang wenig Beachtung gefunden hat, obwohl es in Zukunft eine wachsende Rolle spielen wird. Wann immer möglich, werden wir uns aktiv an der Erhebung neuer Daten sowohl im Globalen Norden als auch im Globalen Süden beteiligen, um in Zukunft zu einer besseren Datenverfügbarkeit zum Thema reproduktives Altern beizutragen.

Unsere übergeordnete Priorität wird es sein, die Auswirkungen auf Bevölkerungsebene und die demografischen Implikationen der reproduktiven Alterung hervorzuheben. Auf diese Weise wird die Arbeit der Gruppe zu einem besseren Verständnis der biosozialen Mechanismen und der demografischen Bedeutung der reproduktiven Alterung beitragen.

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Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock ist eines der international führenden Zentren für Bevölkerungswissenschaft. Es gehört zur Max-Planck-Gesellschaft, einer der weltweit renommiertesten Forschungsgemeinschaften.