Stellenausschreibung

Postdoktorand*innen/ Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen

Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) sucht mehrere Postdoktorand*innen / wissenschaftliche Mitarbeiter*innen für den Arbeitsbereich Bevölkerung und Gesundheit, die Forschungsgruppe Demografie der Arbeit oder den Arbeitsbereich Fertilität und Wohlbefinden.

Die erfolgreichen Bewerber*innen erhalten die Möglichkeit zur Entwicklung einer eigenen Forschungsagenda, zur Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb des MPIDR und zur Betreuung von Doktorand*innen. Wir suchen kreative, eigenständige und kooperative Wissenschaftler*innen mit sehr guten Kommunikationsfähigkeiten. Die abgeschlossene Promotion sollte in einem Fachgebiet erfolgt sein, das die Bewerber*innen mit den notwendigen Fähigkeiten für hochwertige demografische Forschung ausgestattet hat. Kürzlich eingestellte Mitarbeiter*innen haben beispielsweise in Bereichen wie Demografie, Soziologie, Wirtschaft, Epidemiologie, Statistik und Anthropologie promoviert. 

Wir bieten ein anregendes, forschungsorientiertes Arbeitsumfeld, eine exzellente Infrastruktur für wissenschaftliches Arbeiten und Möglichkeiten mit spannenden Datensätzen zu arbeiten. Dies schließt sowohl große Umfragen als auch Datensätze ein, die Umfragedaten mit administrativen Registern verknüpfen und dadurch demografische, verhaltensbezogene und genetische Informationen kombinieren und eine familienbasierte und generationsübergreifende Analyse ermöglichen. Erfolgreichen Bewerber*innen wird ein Vertrag für bis zu vier Jahren angeboten; die Vergütung erfolgt entsprechend den Erfahrungen (ab ca. 56.000 EUR brutto jährlich für Wissenschaftler*innen, die die Promotion vor kurzem abgeschlossen haben, bis zu ca. 70.000 EUR brutto jährlich für erfahrenere Wissenschaftler*innen) und richtet sich nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD Bund). Eine Vertragsverlängerung ist möglich. Es wird erwartet, dass erfolgreiche Kandidat*innen vor Ort am MPIDR in Rostock, Deutschland, tätig sein werden. Finanzielle Unterstützung für den Ortswechsel kann geleistet werden.

Wir freuen uns über Bewerbungen von Forscher*innen, die in einem beliebigen Gebiet der Fertilität oder Familienforschung, der Demografie von Wirtschaft und Arbeit oder der Analyse der Gesundheit und Bevölkerung tätig sind. Darüber hinaus sind wir besonders daran interessiert, die folgenden Forschungsbereiche zu stärken:

Arbeitsbereich Fertilität und Wohlbefinden

1. Der Zusammenhang zwischen Beziehungen und Fertilität (Union-Fertility-Nexus).

Die Bildung von Beziehungen ist oftmals eine Voraussetzung für Geburten, und lebenslange Fertilität ist mit der Dynamik von Partnerschaften verknüpft. Beide werden jedoch oft als getrennte Prozesse untersucht. Wir sind daran interessiert, den Union-Fertility-Nexus in diese Untersuchungen zu integrieren und begrüßen Forschung in diesem Bereich mit methodologischer, theoretischer und angewandter Perspektive.

2. Kulturelle und psychologische Hintergründe von Fertilität und Familienbildung

Die Demografie kann wesentlich davon profitieren, sich noch expliziter mit kulturellen Unterschieden auseinander zu setzen und inwieweit diese sich auf Fertilität und Familienbildung auswirken. Kulturelle Rahmenbedingungen können einerseits besonders relevant für Zusammenhänge hinsichtlich des Familienbildungsverhaltens sein und andererseits für mentale, physische und emotionale Prozesse. Wir interessieren uns für Forschung an der Schnittstelle zwischen Familienbildung, Psychologie und Kultur.

3. Covid-19 und Fertilität

Es ist davon auszugehen, dass die aktuelle Pandemie Fertilität beeinflussen wird, allerdings ist noch nicht abzusehen, wie und warum und wer betroffen sein wird. Wir interessieren uns für Forschung, die sich sowohl aus deskriptiver als auch erklärender Sicht mit den Auswirkungen der Covid-19 Pandemie und den jeweiligen Eindämmungsmaßnahmen auf Fertilität und Familienbildung befasst.

Forschungsgruppe Demografie der Arbeit

4. Technologie-induzierte Arbeitsplatzverlagerung

Es ist zu erwarten, dass der technologische Fortschritt zu großen Verschiebungen in der Nachfrage nach Arbeitskräften führen wird. Die daraus resultierende Arbeitsplatzverlagerung wird sich wahrscheinlich auf bestimmte Berufe und Sektoren konzentrieren und daher bestimmte Bevölkerungsgruppen, Regionen und Gemeinden stärker betreffen als andere. Wir interessieren uns für die Untersuchung des Zusammenspiels zwischen technologie-induzierter Arbeitsplatzverlagerung und Bevölkerungsprozessen einschließlich, aber nicht beschränkt auf, Fertilität, Mortalität oder Lebensarbeitszeit.

5. Zusammenhang zwischen Ruhestand und Gesundheit (Retirement and health nexus)

Das Renteneintrittsalter steigt in vielen Ländern der Welt. Das Verständnis des komplexen Zusammenspiels zwischen bezahlter Arbeit, nicht-marktbestimmten Aktivitäten (z.B. informeller Pflege) und Gesundheit ist entscheidend für die Gestaltung von Politik und Maßnahmen zur Verlängerung des Arbeitslebens. Wir interessieren uns für Forschung, die untersucht, wie Gesundheit, Behinderung und nicht-marktbestimmte Aktivitäten die Entscheidung für den Ruhestand beeinflussen und wie der Übergang in den Ruhestand das individuelle Verhalten beeinflusst.

6. Familienbildung, Arbeitskräfteangebot und Lebensarbeitszeit

Maßnahmen, die die Lebensarbeitszeit verlängern sollen, konzentrieren sich oft auf das Rentenalter. Allerdings haben Familiengründung und der Übergang in die Elternschaft ebenfalls einen großen Einfluss auf das Arbeitsleben, insbesondere von Frauen. Wir sind daran interessiert zu untersuchen, wie Familienprozesse die Erwerbsbeteiligung kurz- und langfristig in verschiedenen institutionellen Kontexten beeinflussen.

Arbeitsbereich Bevölkerung und Gesundheit

7. Kardiovaskuläre Erkrankungen (CVD) und Lebenserwartung

Kardiovaskuläre Erkrankungen (CVD) spielen eine Schlüsselrolle hinsichtlich Veränderungen in Gesundheit und Lebenserwartung. In ausgewählten Ländern mit hohem Einkommen kann der Stillstand der Lebenserwartung weitestgehend auf einen stagnierenden Rückgang der CVD-Mortalität zurückgeführt werden. In Ländern mit niedrigem Einkommen stellt die CVD eine Doppelbelastung mit anderen Krankheiten dar, wodurch die Gesundheitssysteme stark belastet werden. Wir interessieren uns für die Triebkräfte der Trends bei CVD und die aktuellen und zukünftigen Auswirkungen der CVD-Trends auf die Lebenserwartung.

8. Kontrafaktische kausale Inferenz

Wir interessieren uns für die Entwicklung und innovative Anwendung von Techniken sowohl für den Ansatz der „Selektion auf Nichtbeobachtbare Faktoren“ (z. B. Differenz-in-Differenz, instrumentelle Variablen und Mendel’sche Randomisierung, familienbezogene Effekte, etc.) als auch für den Ansatz der „Selektion auf Beobachtbare Faktoren“ (z. B. inverse Wahrscheinlichkeit der Behandlungsgewichtung, G-Computation, kausales maschinelles Lernen, etc.). Beide Ansätze können zur Klärung von Kausalfragen in der Forschung zu Bevölkerung und Gesundheit und auch in anderen Bereichen der Demografie beitragen. 

9. Soziale Demografie und genetische Voraussetzungen

Demografische Standarddatensätze werden zunehmend mit genetischen Informationen angereichert. Dies ermöglicht neue Ansätze zur Lösung alter Fragen und eröffnet die Möglichkeit, neue Fragen zu stellen. Wir sind an einer Forschung interessiert, die genetische Informationen mit sozialdemografischen Forschungsfragen im Bereich Bevölkerung und Gesundheit und auch anderen Bereichen der Demografie verbindet.

Wir bitten Bewerber*innen in einem Letter of Interest das geplante Forschungsgebiet darzulegen und die entsprechenden Forschungsvorhaben im Research Statement detailliert zu erläutern.

Ihre englischsprachige Bewerbung richten Sie bitte an https://www.demogr.mpg.de/go/JobAd829478 und fügen folgende Dokumente bei:

  1. Curriculum Vitae;
  2. Letter of Interest (1-2 Seiten);
  3. Research Statement (1-2 Seiten);
  4. Namen und Kontaktinformationen von bis zu 3 akademischen Referenzen;
  5. Bis zu 2 Schreibproben (z.B. Arbeitspapiere) oder Publikationen.

Um vollständig berücksichtigt zu werden, sollten Bewerbungen bis zum 1. Dezember 2020 eingehen. Spätere Einreichungen werden angenommen, bis die Stelle besetzt ist. Die ersten Interviews sind für den 14.-16. Dezember geplant. Der Arbeitsbeginn ist flexibel gestaltet, sollte jedoch nicht später als im Herbst 2021 erfolgen. Doktorand*innen, die erwarten, ihren Doktorgrad vor Antritt der Stelle zu erlangen, können sich bewerben. Anfragen zu dieser Stelle richten Sie bitte an Natalie Nitsche unter Nitsche@demogr.mpg.de (Arbeitsbereich Fertilität und Wohlbefinden), Maarten Bijlsma unter Bijlsma@demogr.mpg.de (Arbeitsbereich Bevölkerung und Gesundheit) oder Peter Eibich unter Eibich@demogr.mpg.de (Forschungsgruppe Demografie der Arbeit).

Das MPIDR ist eines der international führenden Zentren für Bevölkerungswissenschaft. Es gehört zu der Max-Planck-Gesellschaft, einem Netzwerk von 86 Instituten, welche zusammen Deutschlands führende Einrichtung in der Grundlagenforschung bilden. Die Grundlagenforschung von Max-Planck-Instituten gilt als weltweit führend in den Bereichen Naturwissenschaft, Technik, Sozialwissenschaften und Geisteswissenschaften. Das einzigartige Umfeld der Institute verbindet die besten Aspekte einer akademischen Umgebung und einer Forschungsstätte.

Die Max-Planck-Gesellschaft bietet ein breites Spektrum an Maßnahmen zur Unterstützung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Diese werden durch eigene Angebote des MPIDR ergänzt. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.demogr.mpg.de/go/work-family.

Ferner gibt es eine Reihe zentraler Veranstaltungen und Angebote, die vor allem jungen Wissenschaftlerinnen und Müttern helfen sollen, ihre Karriere voranzutreiben. Einige Beispiele finden Sie unter: https://www.demogr.mpg.de/go/career-development.

Unser Institut schätzt Vielfalt und setzt sich dafür ein, den Anteil von Minderheiten zu erhöhen. Die Max-Planck-Gesellschaft hat sich zum Ziel gesetzt, mehr schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Ferner wollen unser Institut und die Max-Planck-Gesellschaft den Anteil an Frauen in den Bereichen erhöhen, in denen diese unterrepräsentiert sind. Frauen werden deshalb ausdrücklich aufgefordert, sich zu bewerben.

Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock ist eines der international führenden Zentren für Bevölkerungswissenschaft. Es gehört zur Max-Planck-Gesellschaft, einer der weltweit renommiertesten Forschungsgemeinschaften.