05. Februar 2021 | News

Forschen an den demografischen Folgen der Pandemie

Zuletzt ergänzt: 3. März 2021

Wie wirken sich die Infektionsschutzmaßnahmen auf demografische Entwicklungen weltweit? © iStockphoto.com/AsiaVision

Die COVID-19-Pandemie bestimmt nun seit einem Jahr unser Leben. Die Wissenschaft hat in dieser Zeit Außerordentliches geleistet. Die Forschenden am MPIDR untersuchen dabei demografische Fragestellungen.

3. März 2021

Wie berechnet man wochenspezifische altersstandardisierte Sterberaten aus STMF-Daten?

Dmitri Jdanov © MPIDR

Dmitri Jdanov: „Die Short-Term Mortality Fluctuations (STMF)-Datenreihe bietet die Möglichkeit, Übersterblichkeit insbesondere aufgrund der COVID-19-Pandemie wochenweise zu analysieren. Trotzdem lassen sich die Datenreihen der STMF nicht immer einfach international vergleichen. In vielen Ländern sind die wöchentlichen Sterbefälle nur in sehr breite Altersgruppen aufgeteilt verfügbar oder/und die Anzahl der Sterbefälle ist zu klein oder unsicher. Außerdem variiert die Einteilung in Altersgruppen je nach Land etwas. Daher werden in der STMF-Datendatei wöchentliche Sterbefälle und Sterberaten in breiten Altersintervallen dargestellt. Dabei können Unterschieden in der Alterszusammensetzung der Bevölkerung den Vergleich verzerren. Unsere neue Studie befasst sich mit diesem Problem. Wir schlagen eine Methode vor, wochenspezifische standardisierte Sterberaten (SDRs) zu schätzen, die die aggregierten wöchentlichen Mortalitätsdaten mit detaillierten Daten zu Mortalität und Bevölkerung kombiniert. Wir planen, die SDRs bald auch in die STMF-Datenreihen aufzunehmen.”

Mehr über das Projekt

Vorläufige Veröffentlichung (Working Paper ohne Peer-Review)

Klimkin, I., Shkolnikov, V. M., Jdanov, D. A.: Calculation of week-specific age-standardized death rates from STMF data on mortality by broad age intervals. MPIDR Working Paper (2021) DOI: 10.4054/MPIDR-WP-2021-004

++++Februar 2021++++

18. Februar 2021

Menschen welcher Altersgruppe verlieren am meisten Lebenszeit?

© Linda Tammisto

Mikko Myrskylä: „Um die Folgen der COVID-19-Pandemie auf die Sterblichkeit richtig einzuschätzen, reicht es nicht aus, die Toten zu zählen. Deshalb haben wir 1,2 Millionen Todesfälle aus 81 Ländern ausgewertet, um herauszufinden, wie alt die Menschen waren, die an COVID-19 gestorben sind – und damit, wie stark ihre Leben im Vergleich zur durchschnittlichen Lebenserwartung verkürzt wurden. Menschen in der Mitte ihres Lebens und im frühen Rentenalter tragen im weltweiten Vergleich den größten Anteil an den insgesamt verlorenen Lebensjahren.“

Originalpublikation

Pifarré i Arolas, H., Acosta, E., López Casasnovas, G., Lo, A., Nicodemo, C., Riffe, T., Myrskylä, M.: Years of life lost to COVID-19 in 81 countries. Scientific Reports (2021). DOI: 10.1038/s41598-021-83040-3

8. Februar 2021

Wie man COVID-19-Übersterblichkeit für 38 Länder visualisiert

László Németh: „Derzeit umfasst die STMF-Datenreihe wöchentliche Sterbezahlen und Sterberaten nach Alter und Geschlecht für 38 Länder und Regionen; und sie wächst weiter. Wir haben beschlossen, die Datenreihe um ein Online-Visualisierungstool zu erweitern, um den Zugang zu den Daten zu vereinfachen. Wir wollen die Nutzerinnen und Nutzer ermuntern, den Datensatz interaktiv zu entdecken, ihr grundlegendes Verständnis dafür zu verbessern und auch Forschung zur Übersterblichkeit und saisonalen Schwankungen anzufangen.“

Originalpublikation

Németh, L., Jdanov, D.A., Shkolnikov, V.M.: An open-sourced, web-based application to analyze weekly excess mortality based on the Short-term Mortality Fluctuations data series. PLOS ONE. (2021) DOI: 10.1371/journal.pone.0246663

5. Februar 2021

Wie die Corona-Pandemie Trends in der demografischen Forschung verstärkt

Emilio Zagheni © MPIDR/Hagedorn

Emilio Zagheni: „Digitale Daten sind nicht das Ergebnis der Pandemie. Aber wegen Covid-19 kennen wohl mehr Unternehmen, Forschende und Berufsverbände diese Daten. Das hat neue Möglichkeiten eröffnet. Industrie und Wissenschaft beginnen zusammenzuarbeiten und neue Formen von Joint Ventures können so entstehen. Wenn bei der Nutzung digitaler Daten Privatsphäre,  Datenschutz und ethische Rahmenbedingungen gewährleistet sind, könnte die Pandemie einen Meilenstein markieren, Partnerschaften zwischen Forschenden und Inhabern privater Daten und Infrastrukturen können sich schneller formen.“

Originalpublikation

Zagheni, E.: Covid-19: A Tsunami that Amplifies Existing Trends in Demographic Research. Population and Development Review (2021).

Blog-Inhalte aus dem Jahr 2020

Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock ist eines der international führenden Zentren für Bevölkerungswissenschaft. Es gehört zur Max-Planck-Gesellschaft, einer der weltweit renommiertesten Forschungsgemeinschaften.