24. Juni 2026 | News | Klimawandel
Frühgeburten und niedriges Geburtsgewicht: Erhöhtes Risiko durch Waldbrände
Studie belegt negative gesundheitliche Folgen für Neugeborene
Eine aktuelle Studie analysierte 3,4 Millionen Geburten (2008–2021) in Spanien und untersuchte, wie Waldbrände und die damit verbundene Luftverschmutzung die Gesundheit von Neugeborenen beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen, dass betroffene Mütter häufiger Frühgeburten erleiden und ihre Kinder ein geringeres Geburtsgewicht haben – unabhängig vom sozioökonomischen Status.

Waldbrand auf einem Berg bei Estepona in Spanien. © istockphoto.com / David Miller
Die Temperaturen klettern jedes Jahr im Sommer auf neue Rekordhöhen. In vielen Teilen Europas beginnt dann die gefährlichste Zeit des Jahres für Waldbrände. Was als Naturkatastrophe beginnt, hat weitreichende Folgen für die Gesundheit der Menschen in den betroffenen Gebieten.
In ihrer aktuellen Studie haben Risto Conte Keivabu vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) und Maria Rubio Cabañez vom Centre for Demographic Studies (CED) und der Unabhängigen Universität Barcelona untersucht, wie sich Waldbrände auf Geburtsergebnisse in Spanien auswirken. Die Forschenden analysierten, wie sich die Nähe zu Waldbränden und die damit verbundene Luftverschmutzung auf die Gesundheit bei der Geburt auswirken.
Dazu werteten sie Daten von rund 3,4 Millionen Geburten zwischen 2008 und 2021 aus dem spanischen Nationalen Institut für Statistik aus. Diese beinhalten etwa 85 Prozent aller Geburten in Spanien in diesem Zeitraum. Bei ihren Analysen legten die Forschenden besonderes Augenmerk auf die Schwere der Exposition gegenüber Waldbränden, also wie stark werdende Mütter den Waldbränden ausgesetzt waren. Die Wissenschaftler*innen verglichen Schwangere in von Waldbränden betroffenen Gemeinden mit Schwangeren aus nicht betroffenen Gemeinden, um die Auswirkungen der Waldbrände auf die Geburtsergebnisse zu untersuchen.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sowohl die Exposition gegenüber Waldbränden als auch gegenüber der dadurch verursachten Luftverschmutzung einen geringen, aber konsistenten negativen Einfluss auf die Geburtsergebnisse hat. Die geborenen Kinder haben ein geringeres Geburtsgewicht und die Gefahr von Frühgeburten steigt. Diese Auswirkungen zogen sich durch alle Bevölkerungsschichten. Es wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen verschiedenen sozioökonomischen Statusgruppen gefunden.
„Der Klimawandel erhöht das Waldbrandrisiko im gesamten Mittelmeerraum. Es ist notwendig, die spezifischen Gefahren für Mütter und Neugeborene zu verstehen. Notfallpläne für Waldbrände sollten die Gesundheit dieser vulnerablen Gruppe ausdrücklich einbeziehen und sicherstellen, dass vertriebene Mütter weiterhin Zugang zu Schwangerschaftsvorsorge haben und Frühwarnungen erhalten, um die Rauchbelastung zu minimieren“, erklären Risto Conte Keivabu und Maria Rubio Cabañez.
Die Forschenden geben auch zu bedenken, dass ihre Daten nur Lebendgeburten umfassen und die Nichtberücksichtigung von Totgeburten zu einer Unterschätzung der tatsächlichen Auswirkungen führen kann. „Auch wenn die beobachteten negativen Auswirkungen auf die Geburtsergebnisse in ihrer Effektstärke relativ gering sind, sind sie doch sehr konsistent“, so Conte Keivabu.
Originalpublikation
Conte Keivabu, R., M. Rubio-Cabañez (2026): "Wildfires and Birth Outcomes: Evidence From Spain."Demography. DOI: 10.1215/00703370-12665495
Keywords
Waldbrände | Geburtsergebnisse | Klimawandel | Luftverschmutzung