06. August 2026 | News | PHD

Herzlichen Glückwunsch, Athina Anastasiadou!

Athina Anastasiadou vom Arbeitsbreich Migration und Mobilität am Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) hat ihre Doktorarbeit mit dem Titel “The Second Migrant: The role of gender in demographic theories, methods, and data for migration research“ an der Universität Groningen erfolgreich verteidigt. Die Dissertation wurde mit der Auszeichnung „cum laude“ gewürdigt – eine seltene Auszeichnung in den Niederlanden, die nur in etwa 5 % der Fälle vergeben wird.

Gruppe von Menschen in festlicher Kleidung mit zwei Frauen vorne, die Dokumente halten, vor einem bunten Glasfenster

Athina Anastasiadou hat ihre Dissertation erfolgreich verteidigt. © privat

In ihrer Dissertation befasst sich Athina mit der Lücke, die durch männerzentrierte Theorien und einen Mangel an nach Geschlecht aufgeschlüsselten Daten in der Migrationsforschung entstanden ist. Dazu integriert sie Erkenntnisse aus Geografie, Geschichte und Soziologie, um zu untersuchen, wie das Geschlecht Migrationsmuster, -verläufe und -ergebnisse über Länder, Zeiträume und Kontexte hinweg beeinflusst.

Sie bewertet bestehende Migrationstheorien und -modelle kritisch und deckt auf, wie deren Annahmen geschlechtsspezifische Erfahrungen oft verschleiern. Durch die Nutzung vielfältiger Datenquellen und methodischer Ansätze zeigt diese Arbeit, wie inklusivere Rahmenkonzepte die Genauigkeit und Relevanz demografischer Analysen verbessern können.

„Athinas Dissertation zeichnet sich durch ihren intellektuellen Anspruch aus, da sie darauf abzielt, die Art und Weise, wie wir Migration konzeptualisieren, messen und vorhersagen, neu zu gestalten, indem sie Gender-Theorie, demografische Methoden und computergestützte Ansätze integriert. Die Arbeit geht über die bloße Dokumentation geschlechtsspezifischer Unterschiede in der Migration hinaus, indem sie aufzeigt, wie das Geschlecht die Grundlagen der Migrationsforschung selbst prägt. Sie belegt, dass die historische männliche Voreingenommenheit in der Migrationsforschung zu systematischen Lücken in unserem Verständnis von Migrationsprozessen geführt hat und die Genauigkeit demografischer Prognosen beeinträchtigen kann. Daher fordert sie einen geschlechtersensibleren Ansatz in der Migrationsforschung, der vielfältige Migrationsverläufe anerkennt und sowohl das wissenschaftliche Verständnis als auch die politikrelevante Prognose stärkt“, erklärt Emilio Zagheni, Direktor des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR) und Betreuer von Athinas Dissertation.

Athina Anastasiadou nahm an der International Max Planck Research School for Population, Health, and Data Science (IMPRS-PHDS) teil, einem Doktorand*innenprogramm, das Demografie, Epidemiologie und Datenwissenschaft miteinander verbindet. Außerdem war sie Mitglied der Graduate School of Spatial Sciences der Universität Groningen.

Die Dissertation von Athina Anastasiadous wurde von Emilio Zagheni (Direktor des MPIDR), Helga de Valk (Direktorin des Netherlands Interdisciplinary Demographic Institute (NIDI) | Universität Groningen) und Ebru Sanlitürk (MPIDR) betreut.

Publikationen

Anastasiadou, A.; Kim, J.; Şanlitürk, A. E.; de Valk, H. A. G.; Zagheni, E.:
Population and Development Review 50:4, 961–996. (2024)    
Anastasiadou, A.; Zagheni, E.; de Valk, H. A. G.:
Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 122:28, e2500874122–e2500874122. (2025)       
Jacobs, E. M.; Theile, T.; Perrotta, D.; Zhao, X.; Anastasiadou, A.; Zagheni, E.:
Population and Development Review 51:3, 963–994. (2025)    
Neville, R.; Anastasiadou, A.:
Migration Policy Practice 14:3, 34–43. (2025)    

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