06. Juni 2026 | News | Ausgezeichnet
Mikko Myrskylä erhält den Dirk J. Van de Kaa Preis 2026 für herausragende Beiträge zur Demografie
Mikko Myrskylä, Direktor des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR), wurde im Rahmen der Abschlusszeremonie der European Population Conference 2026 (EPC2026) in Bologna mit dem Dirk J. Van de Kaa Preis 2026 für Bevölkerungsforschung ausgezeichnet. Der von der European Association for Population Studies (EAPS) vergebene Preis wird für herausragende wissenschaftliche Leistungen in der Bevölkerungsforschung verliehen.

Mikko Myrskylä (links) hat den 2026 Dirk J. Van de Kaa Award for Outstanding Contributions to Demography erhalten.
Der Dirk J. Van de Kaa Preis 2026 würdigt die herausragenden Beiträge zur Demografie und deren interdisziplinäre Weiterentwicklung durch Mikko Myrskylä. Seit 2015 leitet er das MPIDR in Rostock und hat sich schnell zu einer führenden Persönlichkeit in der internationalen Bevölkerungsforschung entwickelt. Mit einem ersten Doktorgrad in Statistik von der Universität Helsinki im Jahr 2007 und einem zweiten in Demografie von der University of Pennsylvania als Fulbright-Stipendiat im Jahr 2009 etablierte er bereits früh eine interdisziplinäre Forschungspraxis. 2013 war er, im Alter von 35 Jahren, bereits ordentlicher Professor für Demografie an der London School of Economics (LSE).
Myrskylä ist zudem Vorsitzender des Wissenschaftlichen Rates der Max-Planck-Gesellschaft, Professor an der Universität Helsinki und Direktor des Max Planck – University of Helsinki Center for Social Inequalities Population Health. In der Nominierungsbegründung für den Preis heißt es: „Seine Forschung zeichnet sich durch bemerkenswerte Breite und Innovationskraft aus. Er hat bahnbrechende Arbeiten zu Fertilität, Mortalität und den sozialen Determinanten von Gesundheit vorgelegt. Er ist wegweisender Forscher, der das Fachgebiet der Demografie durch Innovation, interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine starke Fokussierung auf die drängendsten sozialen Fragen vorantreibt. Es ist kaum vorstellbar, dass ein Wissenschaftler in der Mitte seiner Karriere bereits so tiefgreifende Spuren in der Demografie hinterlässt.“
Mithilfe innovativer methodischer Ansätze hat er gezeigt, dass eine lange Zeit als problematisch angesehene Verzögerung der Geburt erhebliche gesundheitliche Vorteile für Kinder mit sich bringt.
Er war ein früher Pionier bei der Etablierung kausaler Forschungsdesigns und bayesianischer Ansätze in der Fertilitätsprognose, die heute von internationalen Institutionen wie den Vereinten Nationen genutzt werden.
Anhand kontrafaktischer Analysen hat er nachgewiesen, dass die schlechten Sterblichkeitstrends in den USA in erster Linie auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und nicht, wie oft angenommen, auf die Überdosierung von Drogen zurückzuführen sind.
„Ich fühle mich durch diese Ehrung besonders geehrt. Die Verleihung dieses Preises berührt mich sehr, weil Dirk van de Kaa, ein herausragender Vordenker und Wegbereiter, vor kurzem verstorben ist. Für mich geht es bei dieser Auszeichnung nicht um eine individuelle Leistung, sondern um die Würdigung der europäischen Sozialdemografie. Ich fühle mich privilegiert, Teil dieser Gemeinschaft zu sein und zur Weiterentwicklung des Fachgebiets beitragen zu können“, sagt Mikko Myrskylä.
Der Preis ist nach dem bedeutenden niederländischen Demografen Dirk J. van de Kaa benannt, der maßgeblich zur Entwicklung der Theorie des Zweiten Demografischen Übergangs beitrug und erster Präsident der EAPS war. Stifter des Preises ist das Netherlands Interdisciplinary Demographic Institute (NIDI). Dirk J. van de Kaa leitete das Institut 1970 als dessen Gründungsdirektor.