11. November 2025 | News | Übersicht

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Hier finden Sie eine Übersicht der neuesten Leseempfehlungen für Artikel, die von Wissenschaftler*innen des MPIDR veröffentlicht wurden.


 

Formale Demografie neu denken: Geburt als vom Kind erlebtes Ereignis

Artikel veröffentlicht am 3. Oktober 2025

Dichte-, Überlebens- und Hazardfunktionen im Rahmen des Ansatzes „Einmal geboren, einmal gestorben“ und des konventionellen  Fertilitätsmodells, nach mütterlicher Kohorte (1880–1960), Schweden

In einem kürzlich erschienenen methodologischen Artikel verwenden Annette Baudisch (Syddansk Universitet) und Antonino Polizzi (Max-Planck-Institut für demografische Forschung) Methoden aus der Mortalitätsforschung, um zu beschreiben, in welchem Lebensabschnitt der Eltern Kinder geboren werden.

Die Autoren stützen sich dabei auf den Ansatz „Einmal geboren, einmal gestorben“ (Born once, die once – B1D1), demzufolge die Geburt ein Ereignis ist, das das Kind erlebt, nicht die Eltern. Aus der Perspektive des Kindes ist die Geburt ein einmaliges Ereignis, genau wie der Tod. Mithilfe von Geburtenzahlen nach Elternkohorte und -alter werden Dichte-, Überlebens- und Hazard-Funktionen berechnet, die den Zeitpunkt der Elternschaft auf Bevölkerungsebene beschreiben. In ihrer Studie formulieren Baudisch und Polizzi den B1D1-Ansatz neu, sodass die genannten Funktionen mithilfe von Fertilitätsraten berechnet werden können. Dies ist wichtig, da Fertilitätsraten häufiger in der Untersuchung des Zeitpunkts der Elternschaft verwendet werden („konventioneller Ansatz”).

Die neuen Dichte-, Überlebens- und Hazard-Funktionen für den konventionellen Ansatz fassen die Altersmuster der Fertilität zusammen, ohne dass Daten zur Parität oder zur Geburtengeschichte auf Individualebene erforderlich sind. Benötigt werden lediglich altersspezifische Fertilitätsraten aus Quellen wie der Human Fertility Database oder den UN World Population Prospects. „Wir hoffen, dass die Funktionen nützlich sein könnten, um die konventionelle Fertilitätsforschung voranzubringen, beispielsweise durch die Untersuchung von Altersmustern der Fertilität in verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Die Funktionen könnten auch hilfreich sein, um Fertilitätsprognosen zu verbessern“, sagt Antonino Polizzi.

Originalpublikation

Annette Baudisch, Antonino Polizzi: Fertility, birth, reproduction: Connecting formal demographic frameworks in Population Studies; DOI: 10.1080/00324728.2025.2550770

Keywords

Geburt, Gesamtfertilitätsrate, mittleres Alter bei der Geburt, Quantität, Tempo, formale Demografie, Überlebensanalyse, Ereignisverlaufsanalyse, Hazard


 

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