17. Oktober 2025 | News | Übersicht

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Verheiratete Frauenpaare mit höchstem Scheidungsrisiko

Studie veröffentlicht: 9. September 2025

Diagramm zeigt vorhergesagte Scheidungswahrscheinlichkeiten für Frauenpaare, Männerpaare und verschiedengeschlechtliche Paare über fünf Modelle.

© MPIDR

In einer im Jahr 2025 veröffentlichten Studie fanden Forschende des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR), der Universität Helsinki und der Universität Tilburg heraus, dass das Scheidungsrisiko bei weiblichen Paaren 2,2-mal höher ist als bei verschiedengeschlechtlichen Paaren und 1,6-mal höher als bei männlichen Paaren.

Die Wissenschaftler*innen untersuchten, ob Unterschiede in der Dauer des vorehelichen Zusammenlebens, Kinder aus früheren Beziehungen und Kinder innerhalb der Partnerschaft das im Vergleich zu männlichen Paaren und Paaren unterschiedlichen Geschlechts beobachtete erhöhte Scheidungsrisiko bei weiblichen Paaren erklären könnten. Hierzu werteten sie Registerdaten von gleichgeschlechtlichen und verschiedengeschlechtlichen Paaren aus, die zwischen 2003 und 2020 in Finnland eine eingetragene Partnerschaft oder Ehe eingegangen waren.

Unter Berücksichtigung der Dauer des vorehelichen Zusammenlebens, Kinder aus früheren Beziehungen und Kinder innerhalb der Partnerschaft ließen sich weibliche Paare 2,1-mal häufiger scheiden als verschiedengeschlechtliche Paare und 1,2-mal häufiger als männliche Paare. Ein Zusammenleben vor der Ehe ist demnach mit einem erhöhten Scheidungsrisiko für gleichgeschlechtliche Paare verbunden, nicht jedoch für verschiedengeschlechtliche Paare. Das Scheidungsrisiko steigt, wenn Kinder in die Ehe mitgebracht werden, während es für Paare mit gemeinsamen Kindern leicht sinkt. Allerdings trifft das in weitaus stärkerem Maße auf verschiedengeschlechtliche Paare zu als auf gleichgeschlechtliche Paare.

Frühere und aktuelle Beziehungserfahrungen spielen eine entscheidende Rolle für das Verständnis der Instabilität in gleichgeschlechtlichen und verschiedengeschlechtlichen Partnerschaften.

Originalpublikation

Maria Ponkilainen, Elina Einiö, Mine Kühn, Mikko Myrskylä: Same-Sex and Different-Sex Couples' Divorce Risks:The Role of Cohabitation and Childbearing, in Journal of Marriage and Family; DOI: 10.1111/jomf.70027

Keywords

Kinder, Lebensgemeinschaft, Scheidung, Familiendynamik, LGBTQ, gleichgeschlechtliche Ehe



Formale Demografie neu denken: Geburt als vom Kind erlebtes Ereignis

Artikel veröffentlicht am 3. Oktober 2025

Dichte-, Überlebens- und Hazardfunktionen im Rahmen des Ansatzes „Einmal geboren, einmal gestorben“ und des konventionellen  Fertilitätsmodells, nach mütterlicher Kohorte (1880–1960), Schweden

In einem kürzlich erschienenen methodologischen Artikel verwenden Annette Baudisch (Syddansk Universitet) und Antonino Polizzi (Max-Planck-Institut für demografische Forschung) Methoden aus der Mortalitätsforschung, um zu beschreiben, in welchem Lebensabschnitt der Eltern Kinder geboren werden.

Die Autoren stützen sich dabei auf den Ansatz „Einmal geboren, einmal gestorben“ (Born once, die once – B1D1), demzufolge die Geburt ein Ereignis ist, das das Kind erlebt, nicht die Eltern. Aus der Perspektive des Kindes ist die Geburt ein einmaliges Ereignis, genau wie der Tod. Mithilfe von Geburtenzahlen nach Elternkohorte und -alter werden Dichte-, Überlebens- und Hazard-Funktionen berechnet, die den Zeitpunkt der Elternschaft auf Bevölkerungsebene beschreiben. In ihrer Studie formulieren Baudisch und Polizzi den B1D1-Ansatz neu, sodass die genannten Funktionen mithilfe von Fertilitätsraten berechnet werden können. Dies ist wichtig, da Fertilitätsraten häufiger in der Untersuchung des Zeitpunkts der Elternschaft verwendet werden („konventioneller Ansatz”).

Die neuen Dichte-, Überlebens- und Hazard-Funktionen für den konventionellen Ansatz fassen die Altersmuster der Fertilität zusammen, ohne dass Daten zur Parität oder zur Geburtengeschichte auf Individualebene erforderlich sind. Benötigt werden lediglich altersspezifische Fertilitätsraten aus Quellen wie der Human Fertility Database oder den UN World Population Prospects. „Wir hoffen, dass die Funktionen nützlich sein könnten, um die konventionelle Fertilitätsforschung voranzubringen, beispielsweise durch die Untersuchung von Altersmustern der Fertilität in verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Die Funktionen könnten auch hilfreich sein, um Fertilitätsprognosen zu verbessern“, sagt Antonino Polizzi.

Originalpublikation

Annette Baudisch, Antonino Polizzi: Fertility, birth, reproduction: Connecting formal demographic frameworks in Population Studies; DOI: 10.1080/00324728.2025.2550770

Keywords

Geburt, Gesamtfertilitätsrate, mittleres Alter bei der Geburt, Quantität, Tempo, formale Demografie, Überlebensanalyse, Ereignisverlaufsanalyse, Hazard


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