25. März 2026 | News | Auftakt

Universität Malawi und MPIDR mit spannender Forschungskooperation

Auftaktveranstaltung der UNIMAX-Forschungsgruppe in Malawi

Im September 2025 übernahm Ben Malinga John die Leitung der Max-Planck-Partnergruppe UNIMAX an der Universität Malawi (UNIMA) in Zomba. Zuvor war er am Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) im Arbeitsbereich Fertilität und Wohlbefinden tätig. Im Februar lud er gemeinsam mit seinen Kolleg*innen des Instituts für Soziologie und Bevölkerungsforschung der Universität Malawi zum Auftakt-Workshop für die neue Partnergruppe „UNIMAX: New Perspectives On The Demography Of The Family In Sub-Saharan Africa" ein. Die in Blantyre stattfindende Veranstaltung trug den Titel „Advancing New Perspectives and Methodologies in Population, Health, and Family Research in Sub-Saharan Africa".

Elf Personen stehen in einem Konferenzraum mit Holzvertäfelung und Bildern an der Wand hinter einem großen Holztisch.

Saroja Adhikari, Megan Evans, Philipp Dierker, Maurice Monjerezi, Ben Malinga John, Mikko Myrskylä, Prof. Emmanuel Ngwira, Susi Lee, Jesman Chintsanya, Emmanuel Souza and Alyson van Raalte. © Lawrencia Bwighane Kapina

Ziel des Workshops war es, innovative Methoden zur Nutzung von Verwaltungsdaten in der Bevölkerungs-, Gesundheits- und Familienforschung voranzutreiben. „Es war spannend, mehr über die in Malawi verfügbaren Verwaltungsdaten zu erfahren. Ich war überrascht von der Menge an Daten, die für innovative demografische Forschung genutzt werden können. Es wurde deutlich, dass Verwaltungsdaten in Malawi eine größere Sichtbarkeit benötigen, um für Forschungszwecke voll ausgeschöpft werden zu können“, erklärte Ben Malinga John. Beim Workshop tauschten die Forschenden Wissen und Erfahrungen hinsichtlich des ethischen Zugangs zu und der Nutzung von Verwaltungsdaten für Forschungszwecke aus. Unter anderem stellten sie Malawis Infrastruktur für Verwaltungsdaten vor und diskutierten deren potenzielle Verwendungsmöglichkeiten.

Das Protokoll für das Malawi University Graduate Internet Panel (MUGIP) wurde präsentiert und von Expert*innen begutachtet. MUGIP ist die erste groß angelegte Panelstudie in Subsahara-Afrika, die sich auf Hochschulabsolvent*innen konzentriert. MUGIP wird Längsschnittdaten zu Hochschulabsolvent*innen erheben, um Familiengründung, Reproduktionsabsichten und -wissen, Übergänge auf dem Arbeitsmarkt sowie sozioökonomische Ergebnisse zu untersuchen. Damit werden die neuen Daten Lücken in den bestehenden Daten zu Afrika schließen, in denen hochgebildete Personen oft unterrepräsentiert sind. 

Susie Lee, Wissenschaftlerin am MPIDR, die mit der UNIMAX-Gruppe zusammenarbeitet, erklärte: „Es ist entscheidend, einen Fragebogen zu entwickeln, der den Kontext Malawis widerspiegelt und gleichzeitig mit anderen Datenquellen aus Ländern mit niedriger Geburtenrate vergleichbar ist. So können die neuen MUGIP-Daten das Verständnis des demografischen Wandels sowohl in Ländern mit niedriger als auch mit hoher Geburtenrate bereichern und zu differenzierteren, kontextsensitiven Theorien sowie zu Familien- und Bevölkerungspolitik beitragen.“

Die Veranstaltung war ein Erfolg und förderte die Zusammenarbeit zwischen dem MPIDR und der UNIMA-Leitung sowie die Vernetzung unter den Forschenden. „Für die Universität Malawi verbessert die Zusammenarbeit mit dem MPIDR unsere Forschungskapazitäten, stärkt die Betreuung und das Mentoring von Nachwuchsforschenden und integriert unsere Forschenden in globale wissenschaftliche Netzwerke”, sagte Prof. Emmanuel Ngwira, Dekan der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften.

„Die Zusammenarbeit innerhalb der UNIMAX-Partnergruppe und mit Wissenschaftler*innen der Universität Malawi ist für das MPIDR sehr spannend. Malawi weist hohe Geburtenraten auf und verzeichnet gleichzeitig einen Anstieg der Lebenserwartung. Dies bietet einen dynamischen demografischen Kontext für Familienbildungsprozesse und die Bevölkerungsgesundheit. Zusammen mit der UNIMA-Partnergruppe wird das MPIDR zu gemeinsamer Forschung beitragen, die unerlässlich ist, um künftige demografische Veränderungen zu antizipieren und eine proaktive Familien- und Bevölkerungspolitik in Afrika zu gestalten“, sagte Mikko Myrskylä, Direktor des MPIDR.

Das MPIDR und die UNIMA werden weiterhin eng zusammenarbeiten, um das MUGIP-Protokoll fertigzustellen und die Studie Anfang 2027 zu starten. Darüber hinaus werden sie die Zusammenarbeit zwischen Forschenden des MPIDR und der UNIMA auf Doktorand*innen- und Postdoktorand*innenebene durch Austauschprogramme wie ARTEMIS und Bridging Minds intensivieren. Weitere Informationen erhalten Interessierte bei Susie Lee (lee@demogr.mpg.de) oder Ben Malinga John (bjohn@unima.ac.mw).

An der Veranstaltung nahmen nationale und internationale Entscheidungsträger*innen und Forschende aus Institutionen wie der Nationalen Planungskommission, dem Nationalen Statistikamt, dem Nationalen Standesamt, der Reserve Bank of Malawi, der Harvard University, der University of Wisconsin–Madison, der London School of Hygiene & Tropical Medicine, der UC Louvain, der Kamuzu University of Health Sciences, der University of Malawi, der Malawi Epidemiology and Intervention Research Unit, dem Global Health Informatics Institute, dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, dem African Institute for Development Policy, dem African Population and Health Research Center sowie dem Max-Planck-Institut für demografische Forschung teil.

Bildcollage mit Bildern einer Gruppe, die in einem hellen Konferenzraum mit großen Fenstern und Holzmöbeln diskutiert.

© Lawrencia Bwighane Kapina

Bildercollage: Teilnehmende eines Workshops diskutieren und präsentieren in einem Konferenzraum mit Laptops und Mikrofonen.

© Lawrencia Bwighane Kapina

Bilderkollage der Konferenz mit einem Gruppenfoto von Teilnehmenden eines Workshops im Freien vor einem Gebäude, alle in Business-Kleidung.

© Lawrencia Bwighane Kapina

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