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News | 16.10.2014

Mikko Myrskylä ist neuer MPIDR-Direktor

Mikko Myrskylä

© MPIDR

Mikko Myrskylä ist neuer Direktor des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock. Er leitet das Institute zusammen mit dessen Gründungsdirektor James W. Vaupel.

Nachdem Martin Stratmann, der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, die Verträge unterzeichnet hat, übernimmt Mikko Myrskylä mit sofortiger Wirkung seine Funktion als Direktor.

"Ich freue mich sehr zurück in Rostock zu sein", sagt Mikko Myrskylä, der bereits für mehrere Jahre als Leiter der Max Planck Forschungsgruppe "Dynamik des Lebensverlaufes und demografischer Wandel" am MPIDR geforscht hatte, bevor er einem Ruf an die "London School of Economics and Politics" (LSE) als "full Professor" im Fachbereich "Social Policy" folgte.

"Das MPIDR ist meine intellektuelle Heimat"

"Das MPIDR ist meine intellektuelle Heimat. Meine Ausbildung zum Demografen bekam ich an der University of Pennsylvania, aber zum Wissenschaftler wurde ich in Rostock", sagt der 36-jährige Myrskylä. "In den nächsten Jahrzehnten verschreibe ich mich dem Vorhaben, die soziodemografische Forschung in Rostock voranzutreiben.

Myrskylä, der sowohl promovierter Statistiker als auch promovierter Demograf ist, plant, die MPIDR-Forschung auf den Gebieten der Mortalität und der Fertilität auszubauen, und hat vor, sofort mit der Anwerbung vielversprechender Forscher zu beginnen.

Myrskylä hat eine klare Vorstellung von den Leitlinien seiner Forschungsagenda: Ein wichtiges Thema wird die Untersuchung der Frage sein, wie gesund die hinzukommenden Jahre an menschlicher Lebenserwartung verbracht werden. Myrskylä kann dabei auf seiner bereits laufenden eigenen Forschung aufbauen. Für ihn sei dies "derzeit eine der bedeutendsten Fragen in der Demografie", sagt Myrskylä. "Wir wissen zwar, dass wir immer länger leben. In wie weit das eine gute Nachricht ist, hängt aber von der Gesundheit ab."

In der Fertilitäsforschung will er schwerpunktmäßig insbesondere untersuchen, welchen Effekt der Trend zur immer späteren Elternschaft auf das Wohlergehen der Kinder hat und welche Rolle die Gleichberechtigung der Geschlechter spielt, um den Abwärtstrend der Geburtenraten umzukehren.

Mikko Myrskylä ist begeistert, nach Rostock zurückzukehren, wo zwei seiner drei Kinder geboren wurden. "Es steht außer Zweifel, dass das Rostocker Institut zu den führenden demografischen Forschungszentren der Welt gehört", sagt er. "Ich bin beeindruckt, wie sich sowohl Wissenschaftler als auch alle anderen MPIDR-Mitarbeiter für ihr Institut engagieren und sich ihm verbunden fühlen."

Zwar gäbe es auch am MPIDR eine gewisse Fluktuation unter den Forschern, die in der internationalen Spitzenforschung zu erwarten sei. Dennoch habe er nirgendwo sonst eine solche Bereitschaft unter Wissenschaftlern erlebt "zu geben und zurückzugeben" – unabhängig davon, ob sie länger am MPIDR blieben oder nur kurzzeitig.

Zukünftige Generationen von Demografen made in Rostock

Der neue Direktor legt Wert darauf, die Zusammenarbeit des MPIDR mit Universitäten auszubauen, wie etwa der London School of Economics. Besonders wichtig ist ihm die Kooperation mit der Universität Rostock, die sich als "äußert fruchtbar" erwiesen habe – sowohl für die demografische Forschung als auch in der Ausbildung. Gemeinsam die zukünftigen Generationen von Demografen auszubilden ist eine von Myrskyläs obersten Prioritäten.

Dass der Posten als MPIDR-Direktor eine Berufung auf Dauer ist, hält Myrskylä für eine einzigartige Chance. "Diese Langzeitperspektive ermöglicht uns, aufregende und wichtige Grundlagenfragen anzugehen, die sich sonst kaum beantworten ließen", sagt der geborene Finne. Der lange Zeithorizont ermögliche auch, Wissenschaft mit größeren Risiken zu betreiben. Solche Risiken sind für Myrskylä eine natürliche Eigenschaft von Forschung an den äußersten Grenzen des Wissens, wie sie für die Institute der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) typisch sei. "Ich schätze die MPG und ihr Forschungssystem dafür, dass sie dies möglich macht."

(Eine Übersicht über Myrskyläs aktuelle Forschung findet sich auf seiner Website an der London School of Economics.)

 

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