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Pressemitteilung | 01.12.2002

Zahlen, Daten und Fakten aus dem Max-Planck-Institut für demografische Forschung

Seit sechs Jahren arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland am Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock. Die Arbeit am Institut ist interdisziplinär angelegt. Demografen, Mathematiker, Statistiker, Soziologen, Ökonomen, Biologen, Anthropologen, Mediziner, Psychologen, Politikwissenschaftler und Geografen forschen in Rostock gemeinsam. Wissenschaftler/-innen aus mehr als fünfzehn Nationen arbeiten dabei zusammen. Neben Deutschen sind unter anderem Russen, Amerikaner, Chinesen, Österreicher, Franzosen, Briten, Italiener und Skandinavier an der Forschungsarbeit des Instituts beteiligt.

Zur Zeit sind am MPIDR 28 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen beschäftigt, davon 17 Frauen; hinzu kommen weitere 34 Mitarbeiter*innen in den Bereichen Forschungsunterstützung, Büro, Bibliothek und Technik. Das Institut und die International Max-Planck-Research-School for Demography bieten darüber hinaus Doktoranden aus dem In- und Ausland die Möglichkeit, sich unter exzellenten Forschungs- und Lernbedingungen auf die Promotion vorzubereiten. In diesem Wintersemester haben sich 17 externe Doktoranden an der International Research School des Instituts eingeschrieben. 12 weitere Doktoranden/-innen und 6 Postdoktoranden/-innen arbeiten im Rahmen der Forschungsschwerpunkte des Instituts an ihren Forschungsthemen. Sie werden dabei bis zu drei Jahre aus Institutsmitteln finanziell gefördert.Zudem verbringen zahlreiche Wissenschafter/-innen aus aller Welt Gastaufenthalte am Institut. Sie arbeiten mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Instituts an Forschungsprojekten oder kommen zu Gastvorträgen im Rahmen des wöchentlichen Rostocker Demografischen Kolloquiums.

Auf einer Hauptnutzfläche von 3.000 Quadratmetern auf dem Gelände der ehemaligen Neptunwerft werden künftig bis zu 140 Mitarbeiter Arbeitsmöglichkeiten haben. In dem großzügigen und hellen Gebäude, das aus zwei linearen, miteinander verbundenen viergeschossigen Bauteilen besteht, haben die Mitarbeiter/-innen ausreichend Platz für ihre Arbeit. In dem Gebäude sind auch die für die Forschung nötigen hauseigenen Labore untergebracht. Die Gesamtbaukosten betragen etwas mehr als elf Millionen Euro. Rund 90 Prozent der Bauausführung wurde von regionalen Firmen übernommen. Durch einen Brand auf der Baustelle im Frühjahr hat sich der Einzug um fünf Monate verschoben. Der Neubau wurde durch den Kopenhagener Architekten Henning Larsen entworfen und geplant, der 1996 einen Wettbewerb für den Institutsbau gewonnen hatte. Ab dem Jahr 2000 wurde das Gebäude auf dem Grundstück am Werftdreieck ausgeführt. Die Bauleitung des Projekts lag bei AS-Plan, Kaiserslautern/Potsdam.

Da deutsche Demografen in der Zeit des Nationalsozialismus an dessen Bevölkerungspolitik beteiligt waren, begegnete die Demografie in Deutschland nach 1945 vielen Vorbehalten. Das Fach wird seitdem an deutschen Universitäten nur sehr eingeschränkt gelehrt. Lehrstühle für Demografie sind bis heute Ausnahmen. Mit der Gründung des Max-Planck-Instituts im Jahr 1995 und seines Arbeitsbeginns in Rostock im Oktober 1996 war die Einrichtung von zwei demografisch ausgerichteten Lehrstühlen und eines Studiengangs für Demografie an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock verbunden. Der geschäftsführende Direktor des Instituts, Prof. Dr. Jan M. Hoem, ist bereits zum Honorarprofessor an der Fakultät ernannt worden, für den Gründungsdirektor, Prof. Dr. James W. Vaupel, ist die Ernennung zum Honorarprofessor in Kürze zu erwarten. Darüber hinaus ist einer der Forschungsgruppenleiter, Prof. Dr. Anatoli Yashin, Honorarprofessor am Fachbereich Mathematik der Universität.

Am Max-Planck Institut für demografische Forschung bestehen zwei wissenschaftliche Abteilungen mit den Forschungsprogrammen "Altern und Langlebigkeit" (Prof. James W. Vaupel) und "Fertilität und Familiendynamik" (Prof. Jan M. Hoem). Geplant ist eine weitere, dritte Abteilung aufzubauen. Das Institut führt Grundlagenforschung durch und arbeitet frei von Aufträgen; es dient nicht unmittelbarer Politikberatung.

Max-Planck-Institute betreiben Grundlagenforschung in den Natur-, Bio-,Sozial- und Geisteswissenschaften. Die Max-Planck-Gesellschaft, die Trägerin von etwa 80 Instituten, Forschungstellen, Laboratorien und Arbeitsgruppen ist, fördert neue Forschungsrichtungen und will damit die Arbeit der Universitäten ergänzen. Die Gesellschaft wird zu etwa 95 Prozent aus öffentlichen Mitteln von Bund und Ländern finanziert. Die restlichen fünf Prozent kommen von Mitgliedsbeiträgen, Spenden und eigenen Erträgen. Grundsätzlich werden leitende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von außen und in vielen Fällen aus dem Ausland berufen. Alle Forschungsergebnisse werden veröffentlicht und sind frei zugänglich.

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