Forschungsgruppe

Ungleichheiten im Sterbealter

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Ausführliche Beschreibung

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Spielt es eine Rolle, ob jeder in ähnlichem Alter stirbt oder ob dieses Alter innerhalb einer Gesellschaft stark variiert? Das untersucht die Forschungsgruppe „Ungleichheiten im Sterbealter“. Typischerweise betrachten Demograph*innen die durchschnittliche Lebenserwartung. Dabei werden aber Schwankungen im Sterbealter übersehen, die beträchtlich sein können und sich von Land zu Land und zwischen sozioökonomischen Gruppen unterscheiden.

Individuen und Bevölkerungen werden immer älter. Eine entscheidende Frage für Politiker*innen ist dabei, ob sie die begrenzten Mittel entweder dafür einsetzen die Lebenserwartung zu steigern oder die Ungleichheiten in der Langlebigkeit abzubauen. Diese Ungleichheiten, im Folgenden als Ungleichheit im Sterbealter bezeichnet, sind groß, werden selten zusammengefasst und verursachen erhebliche Kosten für den Einzelnen und die Gesellschaft.

Derzeit geht die Sterblichkeit in den meisten Bevölkerungsgruppen vor allem in älteren Altern zurück. Gleichzeitig erleben bestimmte Bevölkerungsgruppen und Untergruppen im mittleren Erwachsenenalter einen Rückgang der Sterblichkeit. Zusammen oder einzeln haben diese gegensätzlichen Dynamiken das Potenzial, die Ungleichheiten in der Lebensdauer zu erhöhen. Dynamik, die man nicht sehen würde, wenn man nur die Lebenserwartung betrachtet. Dieses vom European Research Council geförderte Projekt (Juli 2017-Juni 2022) wird die, bisher umfassendste Untersuchung zur Entwicklung und den erwarteten Verlauf der Ungleichheiten im Sterbealter in den heutigen Industrieländern durchführen.

Insbesondere hat LIFEINEQ vier Hauptforschungsziele:

  1. Beziffern: Wie stark trägt der aktuelle und der prognostizierte Rückgang der Sterblichkeit in jungen Jahren und im hohen Alter dazu bei Ungleichheiten im Sterbealter zu ändern?
  2. Bestimmen: Wann und warum sterben Menschen zu ungewöhnlichen Zeitpunkten im Lebensverlauf?
  3. Zerlegen: Wie entwickeln sich Ungleichheiten im Sterbealter in verschiedenen sozioökonomischen Gruppen?
  4. Beurteilen: Wie wirken sich individuelle Verhaltensunterschiede auf die Ungleichheiten im Sterbealter aus?

LIFEINEQ wird die oben genannten Ziele mit einer Kombination aus etablierten und neu entwickelten Dekompositionstechniken und -modellen angehen. Sie zielen darauf ab, Alter, Todesursachen, Zeitspannen, Kohorten und sozioökonomische Gruppen zu erkennen, die Ungleichheiten im Sterbealter verursachen.

Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock ist eines der international führenden Zentren für Bevölkerungswissenschaft. Es gehört zur Max-Planck-Gesellschaft, einer der weltweit renommiertesten Forschungsgemeinschaften.