22. November 2019 | News | Datenbank-Update

Neue Daten zur Langlebigkeit

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Wissenschaftlerinnen, die über sehr alte Menschen forschen wollen, sollten jetzt die Ärmel hochkrempeln. Die International Database on Longevity bietet neue Daten aus 14 Ländern. Olga Grigoriev, Forscherin im Arbeitsbereich Demografische Daten, gibt im Interview einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen.

Welche Daten liefert die Datenbank?

Die International Database on Longevity (IDL) ist eine einzigartige Datenquelle, die gründlich validierte Informationen über Supercentenarians (Menschen, die 110 Jahre oder älter geworden sind) und Semi-Supercentenarians (Menschen, die ein zwischen 105 und 109 Jahre alt geworden sind) für 11 europäische Länder sowie für Kanada (nur Quebec), Japan und die Vereinigten Staaten liefert.

Was ist bemerkenswert an der IDL?

Selbst in Ländern mit sehr guten Statistikämtern ist die routinemäßige Bevölkerungsstatistik, die Personen im sehr hohen Lebensalter erfasst, oft problematisch. Denn der Anteil der Fehlerfälle nimmt mit dem Alter stark zu. Um die Sterblichkeit in extremen Altern messen zu können, haben wir deshalb die International Database on Longevity eingerichtet. Heute ist die IDL eine einzigartige und wertvolle Informationsquelle für die extreme Langlebigkeit. Sie liefert qualitativ hochwertige, altersvalidierte Daten auf individueller Ebene über das Alter von Semi-Supercentenarians und Supercentenarians. Darüber hinaus ist die IDL die einzige Datenbank, die solche Daten ohne Altersbeschränkung bereitstellt. Die IDL bekommt die Informationen über die Menschen im extremen Alter von Regierungsbehörden. So stellen wir sicher, dass es keine Abhängigkeit zwischen der Wahrscheinlichkeit der Aufnahme und dem Alter gibt. Kandidaten, die strenge Kriterien der Altersvalidierung über das Geburtsdatum erfüllen, werden dann in die IDL aufgenommen. So bietet die IDL eine ausgezeichnete Möglichkeit, Mortalitätsverläufe extremer Langlebigkeit zu untersuchen.

Gibt es auch Einschränkungen in der Datenverfügbarkeit?

Ja, schon. Die IDL bietet nicht für jedes Land vollständige Datensätze von validierten Semi- und Supercentenarians. Denn es ist fast unmöglich für die Altersvalidierung aller Personen auf der Liste entsprechende Dokumente zu finden.

Vor kurzem gab es ein Update, was hat sich dadurch geändert?

Die Zahl der Supercentenarians in der aktualisierten Version der IDL hat sich mehr als verdoppelt. Vor allem wurden Daten von Semi-Supercentenarian hinzugefügt. Derzeit enthält die Datenbank 18.299 Einzeldatensätze von Semi- und Supercentenarians aus 14 Ländern. Vor dem Update konnte die Datenbank nur Daten von 672 Supercentenarians zur Verfügung stellen.

Das ist beeindruckend. Wer macht die ganze Arbeit und pflegt die Datenbank?

Die IDL ist eine Zusammenarbeit internationaler Forscher*innen und Datenanbieter. Sie wird im Moment vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Deutschland und dem Institut national d'études démographiques (INED) in Frankreich betreut. 

Wie erhalten Forscher*innen Zugang zu den Daten?

Forschende können die Daten kostenlos von der Webseite der IDL supercentenarians.org herunterladen, nachdem sie sich mit einer E-Mail-Adresse registriert haben.

Publikation zur Datenbank

Maier, H.; Gampe, J.; Jeune, B.; Robine, J.-M.; Vaupel, J. W.:
Heidelberg [et al.]: Springer, Demographic Research Monographs 07. (2010)

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Wissenschaftliche Mitarbeiterin

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Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock ist eines der international führenden Zentren für Bevölkerungswissenschaft. Es gehört zur Max-Planck-Gesellschaft, einer der weltweit renommiertesten Forschungsgemeinschaften.