11. November 2021 | News | Neue Veröffentlichung

Zahl der Eingewanderten im Vereinigten Königreich unterschätzt

© Francesco Rampazzo

Mit Hilfe von Facebook-Daten zeigten Forschende, dass die Zahl der europäischen Migrant*innen im Vereinigten Königreich um bis zu 25 Prozent unterschätzt wurde. Ihre Studie veröffentlichten sie in der Zeitschrift Demography.

Derzeit werden die offiziellen Migrationsstatistiken im Vereinigten Königreich vom Office of National Statistics (ONS) erhoben und gemeldet. Die vorliegende Studie nutzte zusätzlich auch Daten aus der digitalen Welt und einer Social-Media-Plattform. Sie zeigte, dass es 2018 im Vereinigten Königreich 25 Prozent mehr europäische Migrant*innen gab, als die ONS-Statistiken vermuten ließen; im Jahr 2019 waren es weitere 20 Prozent mehr.

„Diese Studie zeigt, dass wir keiner Datenquelle allein vertrauen können. Deshalb ist es wichtig, Datenquellen zu kombinieren, dann können wir Zahlen zur Migration besser hochrechnen und Unsicherheiten messen“, sagt Emilio Zagheni, Mitautor der Studie und Direktor des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock.

Lesen Sie den ganzen Experten-Meinungsbeitrag in englischer Sprache von Francesco Rampazzo vom Leverhulme Centre for Demographic Sciencewww.ox.ac.uk/news/2021-11-10

Originalpublikation

Rampazzo, F., Bijak, J., Vitali, A., Weber, I., Zagheni; E.: A Framework for Estimating Migrant Stocks Using Digital Traces and Survey Data: An Application in the United Kingdom. Demography (2021) DOI: 10.1215/00703370-9578562

Daten und Code

github.com/chiccorampazzo

MPIDR-Autor der Studie

Geschäftsführender Direktor; Leiter des Arbeitsbereichs Digitale und computergestützte Demografie

Emilio Zagheni

E-Mail

+49 381 2081-104

Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock ist eines der international führenden Zentren für Bevölkerungswissenschaft. Es gehört zur Max-Planck-Gesellschaft, einer der weltweit renommiertesten Forschungsgemeinschaften.