05. November 2020 | Pressemitteilung

Wohlbefinden von Eltern: Geschlecht der Kinder spielt keine Rolle

Elternglück hängt nicht vom Geschlecht der Kinder ab. © iStockphoto.com/Vadim_Key

MPIDR-Forscherin Daniela Negraia untersuchte zum ersten Mal mit US-amerikanische Umfragedaten, ob Elternglück - während der Zeit, die sie mit Kindern verbringen - von deren Geschlecht beeinflusst wird. Das ist nicht der Fall.

In den USA macht es für das Glück der Eltern keinen Unterschied, ob sie nur Söhne oder nur Töchter oder beides, Söhne und Töchter erziehen. Sie genießen die Zeit, die sie mit ihren Kindern verbringen, unabhängig von der Geschlechterzusammensetzung.

Das veröffentlichen Daniela Negraia, Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock und ihre Kollegen in ihrer aktuellen Studie im Journal of Marriage and Family.

„Wir zeigen als Erste, dass in den USA das Geschlecht des Kindes keinen Einfluss auf die positiven Emotionen der Eltern hat, während sie Zeit mit ihm verbringen“, sagt Daniela Negraia.

Das ist überraschend, da amerikanische Erwachsene in Umfragen angeben, dass sie gerne mindestens ein Kind ihres eigenen Geschlechts hätten. Dies gilt besonders für Männer. Sie geben an, lieber einen Jungen als ein Mädchen haben zu wollen, wenn sie nur ein Kind haben könnten. Dennoch fanden die Forschenden heraus, dass Väter genauso glücklich und erfüllt waren, wenn sie Zeit mit Mädchen verbrachten, wie wenn sie etwas nur mit Jungen oder mit Jungen und Mädchen unternahmen. „Bei Müttern fanden wir dasselbe Muster“, sagt Daniela Negraia.

Ihre Ergebnisse für Eltern in den USA stimmen mit einer 2016 veröffentlichten Studie des MPIDR-Direktors Mikko Myrskylä und einer Kollegin überein, die Daten aus Großbritannien und Deutschland auswertete. Sie fand auch keinen Unterschied im allgemeinen Glücksempfinden der Eltern in Bezug auf die Geschlechterzusammensetzung ihrer Kinder.

Die Forscher verknüpften Daten einer amerikanischen Umfrage

Für ihre Analyse verwendeten die Forschenden Daten der American Time Use Survey (ATUS) aus den Jahren 2010, 2012 und 2013 über 16.140 Aktivitäten, die von 8.621 Eltern angegeben wurden. Die Umfrage erfasst, was die Befragten in den vergangenen 24 Stunden getan haben, also etwa geschlafen, gegessen, gearbeitet, gespielt, wo sie waren und wer sonst noch anwesend war.

„Für unsere Studie war es wichtig, dass die Studienteilnehmenden auch gefragt wurden, wie sie sich während bestimmter Aktivitäten fühlten“, sagt Daniela Negraia. Und fügt hinzu: „So waren wir in der Lage, die Informationen darüber zu verknüpfen, was die Eltern taten, wie sie sich während der Aktivität fühlten und wer anwesend war. Auf diese Weise testete das Forscherteam direkt, ob Eltern, die nur mit Mädchen Zeit verbrachten, im Vergleich zu Eltern, die Zeit mit Jungen oder Kindern beiderlei Geschlechts verbrachten, glücklicher waren. Sie fanden keine Unterschiede. Die Forschenden testeten auch Unterschiede bei negativen Emotionen wie Stress und Müdigkeit. Mehr zu den Ergebnisse dazu sind in der Studie nachzulesen.

Originalpublikation

Negraia, D., Yavorsky, J., Dukhovnov, D.: Mother’s and Father’s Well-Being: Does the Gender Composition of Children Matter? Journal of Marriage and Family. (2020) DOI: doi.org/10.1111/jomf.12739

Kontakt

Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Silvia Leek

E-Mail

+49 381 2081-143

Wissenschaftskommunikation

Christine I. Ruhland

E-Mail

+49 381 2081-157

Autorin der Studie

Forscherin im Arbeitsbereich Digitale und computergestützte Demografie

Daniela Veronica Negraia

E-Mail

Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock ist eines der international führenden Zentren für Bevölkerungswissenschaft. Es gehört zur Max-Planck-Gesellschaft, einer der weltweit renommiertesten Forschungsgemeinschaften.