10. Juni 2020 | Pressemitteilung

Wohlbefinden von Eltern: Mit Kindern mehr Gefühle im Alltag – positive und negative

Eltern sind häufiger gestresst und müde, vor allem wenn sie kleine Kinder haben als Erwachsene ohne Kinder im Haushalt. © iStockphoto.com/skodonnell

Eltern spüren mehr Sinn im Leben und sind glücklicher als Erwachsene ohne Kinder im Haushalt. Aber nur solange sie die Zeit mit ihren Kindern verbringen. Am Arbeitsplatz etwa unterscheidet sich die Gefühlslage nämlich nicht, fand MPIDR-Forscherin Daniela Negraia heraus.

Als Elternteil für Kinder da zu sein, macht nicht nur glücklich. Es ist viel mehr so, dass eine ganze Bandbreite von Empfindungen intensiver wird. Daniela Negraia, Forscherin am Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock untersuchte dafür die Gefühlslage erwachsener US-Amerikanerinnen und US-Amerikanern über den Tagesverlauf hinweg und unterschied Eltern von Erwachsenen, die ohne Kinder leben. Für ihre Analyse verwendete sie Daten aus der American Time Use Survey.

„Alles in allem zeigt sich, dass Eltern glücklicher und seltener traurig sind und auch mehr Sinn im Leben spüren, als Erwachsene, die ohne Kinder im Haus leben“, sagt Daniela Negraia. Sie fügt einschränkend hinzu: „Allerdings sind Eltern auch häufiger gestresst und müde, vor allem wenn sie kleine Kinder haben.“

Vor allem in der Freizeit bei Aktivitäten mit ihren Kindern spüren Eltern mehr Sinn im Leben als Erwachsene, die keine Kinder erziehen. © MPIDR

Es zeigte sich, dass Eltern sich vor allem dann besser fühlen, als Erwachsene ohne Kinder im Haushalt, wenn sie Zeit mit ihren Kindern verbringen; also in der Freizeit und während der Hausarbeit. Am Arbeitsplatz geht es Eltern generell nicht deutlich besser als Erwachsenen ohne Kinder.

Mit einer Ausnahme: Mütter sind an ihrem Arbeitsplatz glücklicher, als Frauen, die keine Kinder erziehen. „Das könnte daran liegen, dass Mütter während der Arbeit ihre Kinder nicht betreuen, und die Sorge um deren Wohlergehen für den Moment etwas in den Hintergrund rückt. Weitere mögliche Erklärungen für dieses Ergebnis sind, dass Mütter auf der Arbeit Kontakt zu anderen Erwachsenen haben, ein Vorbild für ihre Kinder sind oder mit ihrem Einkommen für den Lebensunterhalt der Familie sorgen“, vermutet Daniela Negraia.

Ihre Ergebnisse veröffentliche die MPIDR-Forscherin im Wissenschaftsjournal Social Psychology Quarterly. „Unbedingt betonen möchte ich, dass beide Lebensentwürfe, mit und ohne Kinder das Wohlbefinden auf positive und negative Weise beeinflussen“, sagt Daniela Negraia abschließend.

Originalpublikation

Negraia, D., Augustine, J.: Unpacking the Parental Well-Being Gap: the Role of Dynamic Features of Daily Life across broader Social Contexts. Social Psychology Quarterly. (2020). DOI: https://doi.org/10.1177/0190272520902453

Diese Studie wurde mit dem IPUMS Research Award ausgezeichet. Es hat den Time Use Award gewonnen: ipums.org/impact/ipums-research-award

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Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock ist eines der international führenden Zentren für Bevölkerungswissenschaft. Es gehört zur Max-Planck-Gesellschaft, einer der weltweit renommiertesten Forschungsgemeinschaften.