Arbeitsbereich

Bevölkerung und Gesundheit

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Forschungsfeld

Gesundheit und Sterblichkeit über den Lebensverlauf

In diesem Forschungsfeld untersuchen wir, wie sich die Summe der Erlebnisse im bisherigen Leben auf kognitive Funktionen, den sozioökonomischen Status, den Bildungsstand sowie die Morbidität und Mortalität im Erwachsenenalter auswirkt. Die Bedingungen vor der Geburt, in der Kindheit, der Jugend und im Erwachsenenalter tragen unabhängig voneinander zur Gesundheit und Sterblichkeit im späteren Leben bei. Zudem werden alle Erfahrungen im Lebensverlauf durch frühere Erfahrungen beeinflusst. So kann sich zum Beispiel eine Benachteiligung in der Frühphase des Lebens negativ auf schulische Leistungen auswirken, was wiederum den erreichten Bildungsabschluss, die berufliche Orientierung, die Muster des Gesundheitsverhaltens und die Gesundheitsverläufe im gesamten späteren Leben beeinflusst. Wir untersuchen, wie Entwicklungen in der Gesundheit und Sterblichkeit im späteren Leben über individuelle Faktoren (wie das Gesundheitsverhalten, den Bildungsstand und den sozioökonomischen Stand) sowie wichtige Ereignisse im Lebensverlauf (wie Geburt und Migration) vermittelt und moderiert werden. Ferner untersuchen wir, inwieweit sich diese Muster je nach wesentlichen sozialen Kategorien wie Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit und sozioökonomischen Status unterscheiden.

Bedingungen und Ereignisse, die auf der Meso- und Makroebene angesiedelt sind – sei es der sozioökonomische Status der Familie, der Tod eines Elternteils während der Kindheit, die schulische Leistung, der Verlust eines Ehepartners oder die unfreiwillige Migration – haben allesamt einen Einfluss auf den erreichten sozioökonomischen Status, den erreichten Bildungsstand, die Gesundheit und die Sterblichkeit. Die Forschungsarbeiten in diesem Bereich gehen daher über die individuelle Ebene hinaus: Es wird untersucht, wie bisherige Erfahrungen und Belastungen durch Meso-Faktoren (wie Familienverhältnisse und das Vorhandensein von Verwandtschaft) sowie Makro-Faktoren (wie wirtschaftliche Bedingungen und die allgemeine Verfügbarkeit von Ressourcen) vermittelt, moderiert, verschärft oder abgefedert werden. Dieser Ansatz erlaubt uns, genauer zu verstehen, inwieweit sich gesundheitliche Unterschiede verändern lassen; zu ermitteln, welche Bereiche die besten Ansatzpunkte für gezielte Maßnahmen sind; und zu beurteilen, in welchen Stationen im Lebensverlauf diese Maßnahmen am effektivsten sein könnten.

Um diesen Fragen nachzugehen, verwenden wir Daten aus verschiedenen Ländern in Westeuropa und Nordamerika, bspw. aus den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich, Finnland, Deutschland, Norwegen, Schweden und Italien; diese Länder bieten uns eine breite Fülle an verschiedenen institutionellen Kontexten und sozialen Sicherungssystemen. Ferner nutzen wir Daten aus verschiedenen Datenquellen, dazu gehören qualitativ hochwertige Umfragedaten, aktuelle amtliche Bevölkerungsregister und historische demografische Datensätze. Für unsere Forschungsarbeiten verwenden wir im Besonderen sorgfältig konzipierte Forschungsdesigns und innovative statistische Methoden, mithilfe derer wir qualitativ hochwertige Längsschnittdaten auf der Individualebene analysieren. Auf diese Weise möchten wir die kausalen Effekte von Bedingungen auf der Mikro-, Meso- und Makroebene auf die Gesundheit und Sterblichkeit in verschiedenen Stationen im Lebensverlauf identifizieren und formal evaluieren, inwieweit diese Effekte durch andere Einflussfaktoren vermittelt werden.

Schlagworte:

Alterung, Sterblichkeit und Langlebigkeit, Familienverhalten, Gesundheitsversorgung, Public Health, Medizin und Epidemiologie, Lebensverlauf

Projekte dieses Forschungsfelds

Linked Lives: Die Bedeutung der Familie für den sozioökonomischen Status, die Gesundheit und die Mortalität Details
Bestimmungsfaktoren im frühen Leben für kognitive Funktionen, Gesundheit und Mortalität Details
Gesundheit und Migration Details
Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock ist eines der international führenden Zentren für Bevölkerungswissenschaft. Es gehört zur Max-Planck-Gesellschaft, einer der weltweit renommiertesten Forschungsgemeinschaften.