01. Juni 2022 | News | Max Planck Partnergruppe

Daniel Ciganda leitet Gruppe „Simulation soziodemografischer Systeme“ in Uruguay

© MPIDR

Im Juni beginnt der ehemalige MPIDR-Forscher Daniel Ciganda als Leiter einer Max-Planck-Partnergruppe am Statistikinstitut der Universität der Republik (UDELAR) in Montevideo, Uruguay. Er will ein Modell entwickeln, das Fertilitätsprognosen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen verbessert.

„Wir wollen demografische Prognosen, besonders Hochrechnungen über Geburten optimieren, indem wir ein theoretisch und statistisch fundiertes Modell entwickeln, das simulationsbasierte Prognosen erstellt“, sagt Daniel Ciganda, Leiter der kürzlich gegründeten Max-Planck-Partnergruppe für die Simulation soziodemografischer Systeme. Dieses Modell soll von anderen Forschenden, Organisationen und Institutionen, die Politik und öffentliche Programme gestalten, einfach zu nutzen, anzupassen und zu erweitern sein.

Die Max-Planck-Partnergruppe wird sich auf Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen besonders in Lateinamerika konzentrieren, von denen sich die meisten noch in der letzten Phase des demografischen Wandels befinden. Das bedeutet, dass die Entwicklung der Fertilitätsmuster dieser Länder in den kommenden Jahren weiterhin tiefgreifende Auswirkungen auf verschiedene Dimensionen der sozialen Organisation haben wird, wie etwa Bildungs- und Rentensysteme, den Arbeitsmarkt und die Nachfrage nach Gesundheits- und Pflegedienstleistungen.         

„Wir wollen das Problem lösen, das Fertilitätsprognosen so stark von Extrapolationsmethoden auf Makroebene abhängig sind“, sagt Daniel Ciganda. Derzeit erstellen die meisten statistischen Ämter und internationalen Organisationen Prognosen durch Extrapolation von Indikatoren auf aggregierter Ebene. Dieser Ansatz beruht auf der festen Annahme, dass die Fertilitätstrends der Vergangenheit auch in der Zukunft anhalten werden, unabhängig davon, wie sich andere relevante soziale Prozesse voraussichtlich entwickeln werden.

Entwicklung von Fertilitätstrends genau vorauszuberechnen, ist eines der wichtigsten Instrumente um Systemkrisen zu vermeiden. Gute Prognosen tragen dazu bei, Institutionen und Dienstleistungen so zu verändern, dass der Lebensstandard verbessert wird.

Über den Leiter der Partnergruppe

Daniel Ciganda absolvierte sein Grundstudium in Uruguay und sein Aufbaustudium in Kanada, Spanien und Deutschland. Die Schwerpunkte seiner Ausbildung liegen in den Bereichen Demografie, Soziologie und Simulationsmethoden. Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt auf der Entwicklung von Mikrosimulationsmodellen um den demografischen Wandel zu analysieren und Szenarien für das künftige Bevölkerungswachstum zu erstellen.

Daniels Interesse an diesem Forschungsgebiet folgt einer Reihe von Trends, die den demografischen Wandel zu einer der zentralen Herausforderungen für die Menschheit im 21. Jahrhundert machen. Die Max-Planck-Partnergruppe verbindet die Notwendigkeit, sich dieser Herausforderung zu stellen, mit dem Interesse, das immer größer werdende Potenzial von computergestützten Simulationsmodellen zu nutzen.

Über Max-Planck-Partnergruppen

Max-Planck-Partnergruppen werden von herausragenden Nachwuchswissenschaftler*innen eines Max-Planck-Instituts (MPI) geleitet, die an eine leistungsstarke Forschungseinrichtung in ihrem Heimatland zurückkehren. Max-Planck-Partnergruppen ermöglichen die Zusammenarbeit in Forschungsbereichen, die innovativ, wissenschaftlich vielversprechend, zukunftsorientiert und von beiderseitigem Interesse sowohl für das MPI als auch für die Partnereinrichtung im Heimatland des Forschenden sind. Eine Partnergruppe wird für fünf Jahre eingerichtet und bietet dem Leitenden einen Rahmen, Zusammenarbeit zu stärken, eine Forschungsgruppe aufzubauen und sich international zu vernetzen.

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