Arbeitsbereich

Demografische Daten

Auf einen Blick Projekte Publikationen Team

Forschungsfeld

Mortalität und Langlebigkeit

Die Entwicklung von weltweit führenden Datenressourcen bildet einen Arbeitsschwerpunkt des Arbeitsbereichs Demografische Daten. Derzeit ist der Arbeitsbereich für vier Datenbanken zur Sterblichkeit und dem Überleben verantwortlich: die Human Mortality Database (HMD), welche zusammen mit dem Department of Demography der University of California at Berkeley (UCB) gepflegt wird, die Human Life-Table Database, welche gemeinsam mit dem French Institute for Demographic Studies (INED) und der UCB betrieben wird, die Human Cause of Death Database  und die International Database on Longevity (beide in Zusammenarbeit mit dem INED). Außerdem gibt es zwei Datenbanken, die nicht mehr aktualisiert werden, aber immer noch im Internet verfügbar sind: die Kannisto-Thatcher-Database on Old-Age Mortality und das Rostock Archive of Historical Vital Statistics MicroData.

Die Bevölkerung in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen macht die Mehrheit der Weltbevölkerung aus; daher besteht ein wachsender Bedarf an zuverlässigen datengestützten Sterblichkeitsschätzungen für Entwicklungsländer. Im Jahr 2018 startete der Arbeitsbereich Demografische Daten ein Projekt zur Erweiterung der Extrapolation sehr genauer und methodisch fortgeschrittener HMD-Ansätze auf der Grundlage der Verwendung aller verfügbaren Daten in Kombination mit einem standardisierten Methodensatz für Länder mit problematischen Bevölkerungsstatistiken. Zwei Schwerpunktländer in diesem Projekt sind Indien und China.

Ein weiteres Projekt, das auf den Erfahrungen des HMD basiert, befasst sich mit der Rekonstruktion von Sterblichkeitstrends während Krisensituationen. Es zielt auf die Schätzung der Verluste an Menschenleben durch Epidemien, Kriege und andere Katastrophen ab.

Offizielle Registrierungssysteme können nicht in solchen Krisen alle Lebensereignisse erfassen oder angemessen klassifizieren. So erfordern globale Pandemien, die militärischen Konflikte und andere neue Gesundheitsbedrohungen neue methodologische Studien. Das Projekt begann im März 2020.

Besonderes Augenmerk gilt der Sammlung, Integration und Analyse von Daten zur Mortalität in Deutschland. Diese werden für Analysen der Mortalitätstrends in Ost- und Westdeutschland und der regionalen Unterschiede in der Mortalität verwendet.

Die Sterblichkeit und Gesundheit in anderen Industrieländern ist ein weiterer Schwerpunkt der Forschungsarbeit des Arbeitsbereichs. Hier liegt der Focus auf den Determinanten abweichender Sterblichkeitstrends in und zwischen den nationalen Bevölkerungen. Der Arbeitsbereich Demografische Daten ist auch an mehreren internationalen Projekten zu Mortalität und Gesundheit in Osteuropa beteiligt.

Das Vanguard-Projekt umfasst die Sammlung, Verarbeitung und Analyse qualitativ hochwertiger Daten, Verknüpfung von Volkszählungsaufzeichnungen mit Todesfällen über mehrere Jahre nach den Volkszählungen. Diese Daten ermöglichen es den Forschern, nicht nur Veränderungen der sozialen Ungleichheiten bei der Sterblichkeit zu sehen, sondern auch die neuen Perspektiven für die Langlebigkeit, wie sie von den fortgeschrittenen Bevölkerungsgruppen dargestellt werden. Darüber hinaus entwickeln die Forscher der Abteilung Methoden zur Messung und Zerlegung demographischer Indikatoren.

Der Arbeitsbereich Demographische Daten setzt auch die biodemographische Studie über Krankheiten und Todesfälle in Moskau fort. Die Studie, die ursprünglich auf einem Grant der National Institutes of Health (USA) basierte, widmet sich den biologischen Mechanismen, die kumulierten Stress mit Krankheit und Tod verbinden. Die Analyse basiert auf einer einzigartigen Umfrage, die in Moskau von 2006 bis 2009 von einem internationalen Team unter der Leitung von MPIDR-Forschern durchgeführt und vom Arbeitsbereich Demografische Daten gepflegt wurde. Der sich daraus ergebende Datensatz, einschließlich des Mortalitäts-Follow-up, steht allen Forschern auf Anfrage zur Verfügung.

 

Schlagworte:

Alterung, Sterblichkeit und Langlebigkeit, Daten und Erhebungen, Gesundheitsversorgung, Public Health, Medizin und Epidemiologie, Statistik und Mathematik

Schlagworte (Region):

Welt

Projekte dieses Forschungsfelds

Human Mortality Database Details
Human Life-Table Database Details
Geographical Mortality Disparities at Subnational Level Details
Human Cause-of-Death Database Details
Estimating Mortality and Human Losses during Health Crises Details
Monitoring Mortality in Developing Countries Details
Vanguard Projekt: Sterblichkeit und Lebenserwartung in Bevölkerungsgruppen Details
Messmethoden und Dekomposition in Mortalitätsuntersuchungen Details
Sterblichkeit und Gesundheit in Deutschland Details
Sterblichkeit und Gesundheit in Osteuropa Details
Consistency of Cause-Specific Mortality Data (Dissertation) Details
Biologische Mechanismen Stress bedingter Risiken in Moskau Details
Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock ist eines der international führenden Zentren für Bevölkerungswissenschaft. Es gehört zur Max-Planck-Gesellschaft, einer der weltweit renommiertesten Forschungsgemeinschaften.